<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de_DE"><generator uri="https://jekyllrb.com/" version="4.4.1">Jekyll</generator><link href="https://oddnina.de/feed.xml" rel="self" type="application/atom+xml" /><link href="https://oddnina.de/" rel="alternate" type="text/html" hreflang="de_DE" /><updated>2026-09-25T12:41:07+02:00</updated><id>https://oddnina.de/feed.xml</id><title type="html">Have you had tea yet?</title><subtitle>Nina bloggt über Tee, LARP, Crafting, Rezepte und alles, wonach ihr gerade der Sinn steht.</subtitle><author><name>Janina Dreßler</name></author><entry><title type="html">Wie ich meinen Körper änderte</title><link href="https://oddnina.de/personal/2021/12/15/wie-ich-meinen-koerper-aenderte.html" rel="alternate" type="text/html" title="Wie ich meinen Körper änderte" /><published>2021-12-15T12:10:00+01:00</published><updated>2021-12-15T12:10:00+01:00</updated><id>https://oddnina.de/personal/2021/12/15/wie-ich-meinen-koerper-aenderte</id><content type="html" xml:base="https://oddnina.de/personal/2021/12/15/wie-ich-meinen-koerper-aenderte.html"><![CDATA[<p>In meinem Leben ist wenig so omnipräsent wie der Gedanke Körpergewicht abnehmen zu müssen. Der Wunsch in die Gesellschaftsnorm zu passen überschattet mein Leben, nicht weil ich sehr groß bin, sondern laut BMI übergewichtig. Das hat mein Verhältnis zu meinem Körper und meiner Ernährung nachhaltig geschädigt. Jahrelang hab ich mich selbst manipuliert und in bequemen Halbwahrheiten versteckt.
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Erst während der Pandemie hatte ich Zeit und Energie, mich mir selbst und der Kultur um Sport, Ernährung und der Fitnessindustrie zu stellen, und es ist der unsichtbarste Kampf den ich je führte.</p>

<p>Bevor Du weiterliest bitte mach Dir bewusst, dass es in diesem Post nicht nur um meine persönliche Erfahrung, sondern auch um eventuell triggernde Themen wie Gewicht, Ernährung und Esstörungen, Mobbing sowie Sport geht.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-01.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<h2 id="mich-aufzustellen-um-zu-versagen">Mich aufzustellen um zu versagen</h2>

<p>Problematische Selbstwahrnehmung und unzureichendes Wissen um Gesundheit, Körper und Ernährung entwickelt sich nicht über Nacht. Indizien lassen sich schon früh finden. Es gibt Schlüsselmomente in meiner Erinnerung, die mir heute zeigen, wie problematisch meine Körperwahrnehmung ist. Als ich elf war habe ich heimlich versucht ein teures Sportgerät aus einer Fernsehwerbung mit meinem Skateboard in meinem Kinderzimmer zu imitieren, um Bauchmuskeln zu trainieren. Einmal saß ich aus Spaß auf einem Trimm-dich-Rad, der Vater einer Freundin machte es an und ich strampelte, war sehr angestrengt, mit pfiffen die Ohren, mein Gesicht war rot und er sagte „Jetzt ist das erste Gummibärchen verbrannt“. Es gab zahlreiche Situationen in der Schule, in denen sich meine Mitschülerinnen beim Sport über meine rote Gesichtfarbe lustig machten. Sie haben sich auch über vieles andere lustig gemacht, wie das bei Mobbing eben so ist, aber es bezog sich sehr oft auf das, was ich an mir und meinem Körper nicht einfach ändern konnte. Meine Körpergröße ist für die Meisten schwer begreifbar. Ich war immer „mehr“ als andere in meinem Alter. Körperlich präsent. Das fand ich nicht immer gut.</p>

<p>Ich erinnere zu enge und zu kleine Kleidungsstücke (dieses weiße Polyestertop mit der Glitzersteinaufschrift „Zicke“ von Orsay, das ich nur einmal trug, wegen der Kommentare hinter vorgehaltener Hand) und natürlich hat nicht geholfen, dass es für große Mädchen kaum bis keine Kleidung gab und das, was ich trug, gab mir immer das Gefühl zu dick und zu groß zu sein. Kleidung war nie etwas das mich kleidete, es bedeckte mich und das nicht mal gut. Ich konnte nie die neusten Modetrends mitgehen und trug besonders als Teenager oft Männerkleidung. Mein Körper war so viel und ich hatte das Gefühl, ihn weniger machen zu müssen, weil er nicht passte. Da weniger groß nicht ging, musste er eben weniger massig werden, weniger störend.</p>

<p>Ich konsumierte populäre Medien in denen dicke, große und fette Körper keinen Platz hatten und abgewertet wurden. Ich erinnere Gespräche in meinem Umfeld, in denen das Bewerten des eigenen Körpers, dessen Gewicht und Masse, sowie die eigene Unzufriedenheit mit sich selbst immer präsent war: Dick ist schlecht, schlank ist gut -ein bekanntes und giftiges Narrativ, mit dem wir meist aufgewachsen sind.</p>

<p>Bewusst oder unbewusst waren Süßigkeiten mein stetiger Begleiter, egal ob in einem Versteck im Kinderzimmer, in der Schule beim Schulkiosk oder das eine Stück Kuchen extra. Irgendwann wurde das Essen von Süßigkeiten begleitet von einem schlechten Gewissen, dann von Heimlichkeit und schließlich von Selbsthass, weil sie Schuld waren an all den schlechten Körpergefühlen, und ich nicht aufhören konnte zuzugreifen. Natürlich nicht nur bei Süßem sondern auch bei Fettigem und schnell zubereiteten Mahlzeiten. Ich hasste meinen Bauch, er war nicht flach, schlank und schön tailliert, sondern dick, unförmig, weich und sichtbar.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-03.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<p>Heute bin ich überrascht, dass ich nie in eine ernste Essstörung gekippt bin, aber ich weiß, dass mein Verhältnis zu mir selbst, meinem Essen und meinem Körper schon früher aus den Fugen geriet als ich dachte, und dass mich das mein Leben lang begleiten und belasten wird. Das sehe ich heute, mehr als 15 Jahre später daran, dass mein Blick auf mich selbst keinen Unterschied erkennt zwischen mehreren Kilos mehr oder weniger, mehr Muskeln hier oder da.. ich sehe mich immer gleich im Spiegel und im Spiegel sehe ich immer meinen Bauch und er ist in meinen Augen nicht liebenswürdig.</p>

<p>Doch es gibt eine Veränderung in der populären Kultur die wir leben. Auch wenn weiterhin für mich unerreichbare Körperformen präferiert werden (klein, schmal, niedlich etc. pp.), gibt es mehr Frauen, die mit ihren Körpern Platz in der Öffentlichkeit einnehmen. In den sozialen Medien gibt es Fat Acceptance- und Body Positivity- Bewegungen von Personen aus der ganzen Welt die sich zeigen, mit oder ohne Kleidung, öffentlich oder casual und es ist erfrischend zu sehen, zu erleben, dass normale Körper abgebildet und gezeigt werden. Begriffe wie fett und dick werden als beschreibende Begriffe zurückerobert und zum ersten Mal wirkt es, als gäbe es Akzeptanz für Vielfalt von Körpern jeder Art. Ich sehe wie gut es vielen tut zu sehen, dass Körper in ihrer Diversität normal und auch schön sein können, ganz ohne den Zwang schlank oder muskulös sein zu müssen.</p>

<p>Doch auch die Bewegung zu mehr Normalität in den Medien hilft meinem eigenen Kopf nicht zu begreifen, dass der eigene Körper ebenfalls in Ordnung ist. Schlimmer noch, er reißt neue Probleme, klafft mit neuen Unterschieden und zeigte mir deutlich, dass nicht die Süßigkeiten oder die Gesellschaft Schuld sind, sondern ich. Ich konnte kein Gewicht verlieren, weil etwas falsch war. Mit mir! Zu schwach, nie durchhaltend, keine Selbstliebe, vielleicht ja doch die Schilddrüse?</p>

<p>Ohne zu wissen wie, begann ich mit einem verzerrten Kampf gegen mich selbst der in meinem Fall glimpflich ausging, in anderen Fällen in ernsten psychischen Schäden endet, getrieben von gesellschaftlichem Druck und unterstützt durch eine sehr mächtigen Industrie, die uns anlügt und mit unserem Selbsthass und Optimierungswahn viel Geld verdient.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-04.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<h2 id="selbstgesponnene-ernährungsmärchen">Selbstgesponnene Ernährungsmärchen</h2>

<p>Mein Verhältnis zu Nahrung ist schwierig. Jahrelang dachte ich, ich hätte es begriffen, das Prinzip Ernährung. Scheiß auf Kilokalorien, die sind nur Beiwerk, Brot macht dick, low-fat ist gut, Avocados sind gesund, Olivenöl auch, Nudeln meiden, außer sie sind aus Gemüse und ohne Proteinriegel oder Shakes gibts keine Muskeln. Ganz einfach, oder? Nussbutter und Nusssnacks sind gut, Chips sind schlecht, Sellerie ist der Weg zum Erfolg und wehe man isst Pizza oder jede andere Form von TakeAway.</p>

<p>Dazu kommen dann Empfehlungen der Medien und des Umfeldes. Diäten von Schlank im Schlaf bis zu intermittent Fasting Systemen, Keto, Kartoffel/Kohl und Low Carb, High Fat und Weight Watchers. Lass doch einfach ein oder zwei Mahlzeiten weg! Gesund essen ist wichtig, sogar McDonalds hat jetzt Salat im Angebot!</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-02.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<p>Ich hab das alles ausprobiert solange es garantierte, dass ich nicht Kalorien zählen muss. Jede Diät verspricht, dass sie keine ist, oder besser funktioniert, nachhaltig das Leben zurück in die jetzt zu enge Kleidung schenkt und keinen Sport braucht. Hier und da ein Shake, schon purzeln ungeliebte Pfunde. Flacher Bauch im Handumdrehen, nur dreißig Tage dieses Plan verfolgen und für immer glücklich sein! Einmal am Tag Apfelessigshots, das trinken die Models auch, und habt ihr schon von den neuen Wundervitaminen gehört die Fett ohne Aufwand wegschmelzen?! Kaufe zwei zum Preis von vier und wenn du sie selbst an deine Freunde verkaufst, dann verdienst du ohne Aufwand Geld und kannst dir schon nächsten Monat einen Porsche kaufen!</p>

<p>Ich weiß nicht warum, aber ich habe mich sehr dem Kalorienzählen verwehrt und gedacht, es muss auch anders gehen. Kalorienzählen war wie auf die Waage gehen. Demütigend, auf Zahlen reduziert, die harte Fakten unumstürzlicher, physischer Gesetzeskräfte des Universums, runtergebrochen in eine selbstwertzerschmetternde Zahl auf einem digitalen Display. Zahlen ordneten mich in eine unerschütterliche Matrix der Vergleiche. Im Vergleich zu anderen waren meine Zahlen immer höher und auch wenn „du ja so riesig bist“ tut die hohe Zahl weh, weil sie nicht greifbar ist. Hohe Zahlen auf der Waage entlarven unumstürzlich meine Körpermasse ohne Kontext und gaben mir das Gefühl ich müsse mich dafür rechtfertigen. Ich bin so schwer, weil ich so groß bin, dabei fühlte ich mich wie ein Blauwahl im Polly-pocket-schloss.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-05.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<p>Das Diäten-Angebot der Health- und Fitnessindustrie ist riesig und verlockend. Versprechungen vom schlank, schön und muskulös sein verschlucken einen förmlich mit Bildern und eindrucksvollen, verleitenden, neuen Erkenntnissen, Techniken und Hoffnungen. Es schürte Hoffnung und manipuliert gleichzeitig, mit dem absurden Gedanken dass meine Körperform und deren Anpassung an die allgemeine Norm mich glücklich machen wird, körperlich und seelisch ausgleichen.</p>

<p>Probleme, die sich einfach so verlieren lassen wie Fett von meinem Bauch, und wenn das ungeliebte Gewicht runter ist, löst sich natürlich auch alles auf was sich dadurch an negativen Assoziationen entwickelt hat. Die Sache ist die, dass sich durch Mehr- oder Wenigergewicht, dick oder fett sowie dünn oder dürr sein unsere Psyche massiv ändert, das Verändern von Gewicht uns aber keine gesunde Psyche zurück gibt. Im Gegenteil, oft geht mit erreichten Körperidealen eine noch kritischere und strenge Psyche einher. Diäten sind eine Lüge, hätte ich das doch nur früher wirklich begriffen.</p>

<p>Mit dem Buch Fettlogik brach dann ein neues Zeitalter an. Jene die es gelesen hatten wirkten wie einem Kult verfallen! Endlich entschlüsselte jemand wie es ging, der heilige Gral war gefunden, die Bundeslade geöffnet, Fett wird von Hüften, Armen und Beinen schmelzen wie Nazigesichter von Schädeln in Indiana Jones! Lustig geschrieben, schonungslos ehrlich erklärend, wissenschaftlich hinterlegt und in kritischem Blickwinkel. Fettlogik war die Lösung!</p>

<p>Ich hab es nicht gelesen, weil die Autorin sechs Monate lang 500kcal am Tag verzehrte (das ist zu wenig) und nicht nur die Zahl sondern auch der Hype mich anwiderte. Da war es wieder, dieses Kalorien zählen. War das nicht auch wieder nur eine andere Diät? Wisst ihr wieviel 500kcal sind?</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-06.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<p>Ich las Kritiken darüber und diese fassten zusammen, was für mich mein Leben lang nicht funktioniert hatte - Hier weniger essen, da mehr Sport, Verzicht, nicht den eigenen dicken Körper verherrlichen und zählen, zählen, zählen. Willensstärke braucht es und Willensstärke hatte ich nicht, also war es zum Scheitern verurteilt und Selbsthassmuster kehrten zurück. War ich es Wert das ungeliebte Mehrgewicht abzunehmen wenn ich nicht mal ein halbes Jahr lang täglich nicht mehr als 500kcal essen kann?</p>

<p>Ich liebe Essen, wieso sollte ich weniger essen, wenn ich es doch so sehr liebe? Wenn es mir so gut tut? Im Internet sagen die Body positivity Influencer dauernd, wir sollen nicht hungern sondern essen wonach uns ist, egal was es ist! Liebt eure Körper, egal welche Form und um jeden Preis! Wehe ihr nehmt ab! Niemand muss abnehmen, nicht für andere, nicht für die Industrie und nicht für sich selbst. Wehrt euch gegen Diäten! Ich kann auch gesund sein wenn ich dick bin! Wehe ihr verfallt dem Diäten-Kult! Nieder mit dem Schlankheitswahn, feiert eure Körper egal um welchen Preis! Nehmt niemals ab!</p>

<p>Diese Schlachtrufe hallen unreflektiert durch viele Kanäle der sozialen Medien und multiplizieren sich forsch in eine Welle der befreienden Gegenbewegung zum immer schlanken und muskulösen Körperbild um dann doch ähnlich giftig zu werden. Das erste Problem besteht hier nämlich bereits darin, dass der Kern des Body Positivity movements ursprünglich aus der Community schwarzer Frauen kommt, die auf ihre schwarzen, marginalisiert Körper aufmerksam machten, um für die Sichtbarkeit ihrer medizinischen Belange und gesellschaftlicher Anerkennung kämpften. Schwarze weibliche Körper werden zu oft komplett aus der Wahrnehmung gedrängt. Dieses Movement wurde dann aufgegriffen und von weißen Aktivistinnen und Influencerinnen eingenommen, erweitert und verzerrt, wodurch die ursprüngliche Arbeit der schwarzen Frauen fast gänzlich unsichtbar gemacht wird.</p>

<p>In diesem Text beziehe ich mich jetzt auf das, was von dieser Bewegung nun in den meisten Köpfen übrig geblieben ist und auf das, was ich primär davon wahrnahm. Die Tess Holiday Seite der Medaille. Diese Seite zwang mich dazu mich zu fragen, ob mein dicker Körper, der mit Mitte/Ende zwanzig gesund ist, noch nie sein volles Gesundheitspotential erreicht hat, weil ich lieber Instagram zuhöre als der Wissenschaft, die eindeutig anführt, das ein unausgeglichener Körper im Alter oft schneller krank wird, und mein Kopf nie lernte wie ich ihn ausgleichen kann: Ist das dann echte Selbstliebe?</p>

<p>Ja ich muss lernen meinen Körper zu lieben, aber welchen Preis lasse ich mich dafür später zahlen? Mein dicker, großer, präsenter, weicher Körper ist legitim und darf so sein wie er ist, aber tue ich mir gut, wenn ich meine physische Gesundheit entgegen wissenschaftliche Erkenntnisse definiere, bevor ich weiß, wie es sich anfühlt wenn mein Körper nachhaltig gesund ist?</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-07.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<h2 id="ein-physischer-kampf-gegen-mich-selbst">Ein physischer Kampf gegen mich selbst</h2>

<p>Wenn es nicht die Ernährung ist, die ich ändern kann, muss es etwas anderes sein: Sport!</p>

<p>Muskeln verbrennen mehr Fett als keine Muskeln. Ausdauersport lässt Fett schmelzen und die ein, zwei Proteinriegel machen den Arsch auch nicht fetter als er schon ist. Sportler:innen waren nie fett, habt ihr mal die Olympionik:innen gesehen? Die sind nicht dick, sondern perfekte Maschinen aus Fleisch und Blut ohne zu viel Fett und Sorgen!</p>

<p>Das einzige Problem an meinem neu entdeckten Weg zu mehr Glückseligkeit: Ich hasse Sport.</p>

<p>Ich war unsportlich, und das obwohl ich immer wieder mal Sport gemacht habe. Gelber Gurt im JiuJutsu, Ski und Snowboardfahren einmal im Jahr, Tennis als Zeitvertreib, Volleyball Varsity und Basketball junior Varsity in der Highschool, dann lange Zeit nichts. Natürlich habe ich mich in Yoga und Pilates probiert, hier und da jahrelang McFit finanziert ohne hin zu gehen und doch immer wieder festgestellt, dass ich keine Freude am Sport und so immer wieder aufgegeben habe. Da war es wieder, das Aufgeben, nicht stark genug sein, mir selbst nichts wert.</p>

<p>Doch wenn ich keine Kalorien zählen will und alle Diäten nicht gehen, dann muss ich da durch, dachte ich mir, bestellte einen überteuerten Adventskalender von Foodspring und legte los. Den ganzen Dezember, jeden zweiten Tag quälte ich mich auf der Matte, machte Trainingsvideos in der Foodspring App und später dann auch beim Nike Training Club. Ich kaufte schicke enge Sportkleidung weil ich nichts anderes hatte und zog durch. Mehr schlecht als recht, mehr frustriert als motiviert quälte ich mich zu Pamela Reif und Chloe Ting.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-08.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<p>Nie in meinem Leben hatte ich mehr körperliche und seelische Schmerzen als zu dieser Zeit. Ich bestrafte mich regelrecht mit zu vielen zu schweren Trainings und zu hohen Ansprüchen. Wenn die das alle schaffen, schaffe ich das ebenfalls! Irgendwo musste ich doch anfangen? So schwer kann das alles doch nicht sein? Andere können das doch auch!</p>

<p>Anstelle nachsichtig mit mir zu sein wurde ich immer trotziger und wütender, nicht nur auf mich, sondern auf Sportler:innen und die gesamte scheiß Branche! Die lügen doch! Sport macht keinen Spaß, Sport macht Schmerzen, Selbsthass und Frust. Jeder der sagt, man müsse Spaß beim Sport haben lügt, und ich würde es denen und mir schon beweisen und zu meiner jetzigen Verwunderung tat ich das auch.</p>

<p>Es dauerte etwas, aber die Covid-Pandemie gab mir Zeit, Sport in meinen Alltag zu integrieren und vor allen Dingen neu zu strukturieren und zu durchdenken. Ich began mit einfachen Basisübungen zum Kraftaufbau, die mir eine gute Freundin empfahl die selbst Kraftsport macht. Ich begann zu laufen, für die fehlender Ausdauer, und Jan und ich legten uns ein Ruderergometer mit Wassertank zu für das Ganzkörpertraining. Ich vergaß die Ernährung nicht, aß weiter wie sonst auch und fand mich einfach damit ab, dass mein Gewicht eben war, wie es war. Ich hatte meine Ziele geändert und sogar ein paar, ebenfalls Sport verachtende Menschen, gefunden um in einer Telegramgruppe darüber zu schimpfen wie doof Sport ist und uns so gegenseitig zu motivieren. Nun, nicht jeder fand es motivierend, dass wir Sport nicht mochten.. oder zumindest so taten als würden wir ihn hassen, nicht jeder blieb motiviert.</p>

<p>Denn Sport hat ein Imageproblem. Die meisten Menschen gehen mit einem komplett verzerrten Ansatz an körperliche Ertüchtigungen heran. Oft durch den in der Schule betriebenen Sportunterricht vortraumatisiert und abhängig von dem Umgang und der Präsenz von Sport in der Familie und Freizeit empfinden viele Menschen sehr viele Dinge gegenüber Sportarten. Sport wird mit schlanken, muskulösen, lachenden und strahlenden Abenteurern oder Superheld:innen in modernen kreischend bunten Sportfunktionsklamotten präsentiert - oder düster, finster, brutal und beeindruckend mit schweren Gewichten und krassen unerreichbaren, fast mystisch, unwirklich wirkender Körpermodulation, bis es scheinbar nicht mehr geht. Sport macht Spaß, Sport macht dich besser, mithilfe von Sport kannst du beweisen was in dir steckt, über dich selbst hinaus wachsen und dich mit anderen messen und mehr pushen, mehr ballern und dich geil machen, weil Sport ist so geil.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-09.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<p>Dieses Narrativ verleitet die meisten Anfangenden direkt in eine „ganz oder gar nicht“-Mentalität, die in den meisten Fitnesszusammenhängen propagiert wird. Dabei ist den Fitnessstudios, deren Trainer:innen einem einen Trainingsplan geben, oder die Fitnessinfluencerin, die ihre siebte Fitness-Challenge veröffentlicht egal, ob das, was sie empfehlen, realistisch oder für dich machbar ist, weil das Geld oder den Like und Click hast du ihnen schon gegeben, der Rest hängt an dir und nach der ersten Woche durchgehenden Muskelkaters halten die meisten Anfangenden nicht durch, weil es keinen Spaß macht, wie man eigentlich dachte. Ergebnisse sind bei vielen Anfängern auch nach Monaten kaum erkennbar, und weil es so viele Sportler:innen gibt, die einem genau das Gegenteil suggerieren und kommunizieren, erwächst das Gefühl, dass mit einem selbst etwas falsch sein muss. Kaum jemand spricht darüber wie scheiße es ist mit Sport anzufangen und immer nur zu hören wie es irgendwann vielleicht mal sein wird, aber jetzt noch nicht ist. In mir schürte es Hass und Abneigung gegenüber allen begeisterten Sportlern und der Branche. Das war der Punkt an dem ich begriff, dass Sport für mich etwas anderes ist als andere mir sagen wollten, was es ihrer Meinung nach sein muss.</p>

<p>Ich wollte eine andere Basis als zuvor und dann mal gucken was passiert. Währenddessen setzte ich mich mit anderen Bereichen auseinander, sprach ehrlich auf meinen Plattformen über mein Empfinden bezüglich Narrativen die Sport begleiten und ihn für mich so lange unzugänglich gemacht haben. Meine in Wut geborenen Thesen haben mir geholfen, viele giftige Schemen der Health- und Fitnessindustrie von mir fern zu halten. Ich kaufte keine Proteinriegel mehr und trank keine unnützen Shakes. Ich lernte den Unterschied zwischen Muskelkater und Verletzungsschmerz, um stoisch meinen selbstauferlegten Sportplan durch zu ziehen und jedes Training zu hassen, bis sich etwas änderte. Irgendetwas musste sich doch endlich ändern.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-10.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<h2 id="ich-muss-fehler-eingestehen-und-erfolge-anerkennen">Ich muss Fehler eingestehen und Erfolge anerkennen</h2>

<p>Wenn du bis hier gelesen hast, gab es sicher ein, zwei Dinge die sich provozierend anfühlten und die du besser zu wissen meinst. Ich schrieb sicher über Dinge, bei denen du dir sicher bist, dass du sie schon immer richtig machst und welche dich besser machen als alle anderen. Darum geht es in diesem Text aber nicht, denn es geht nicht darum wer was besser als jemand anders kann, weiß oder ist, sondern darum ob du weißt was das Allerbeste für dich und deinen Körper ist. Weißt du das wirklich?</p>

<p>Ich wusste es nämlich auch dann nicht, als Sport mir leichter fiel als jemals im Leben und ich dachte, mein Gewicht wäre dann eben jetzt so wie es ist. Selbst da war es noch nicht vorbei, selbst da war ich noch am Anfang, kurz vor dem Punkt meine letzte Hürde einzureißen und mir einzugestehen, wie schwerwiegend ich mir selbst mein Leben lang im Weg gestanden habe. Ich habe gelernt, dass ich keine Ahnung von meinem Körper, seiner Ernährung und dem so wichtigen seelischen Ausgleich hatte, der für mich notwendig gewesen wäre, und wie tiefgreifend meine Problematik wirklich ist. Ich lernte das auch nicht in einer göttlichen Fügung sondern innerhalb eines zweiten verzweifelten Versuches mit dem ‘Weight Watchers’ der Millenials: Noom.</p>

<p>Die App lehrte mich Kalorien zu zählen, nahm mich an der Hand in ein Kaloriendefizit das funktionierte, zu unterscheiden, welche Nahrungsmittel eine hohe Kaloriendichte haben und welche nicht, wie unterschiedliche Essensverhalten psychologisch bedingt sind und ohne die App explizit zu empfehlen purzelten die Kilos dann ein Jahr nachdem ich mit Sport begann und mir eine körpergerechte Sportroutine angelernt hatte. Die App war nicht der Grund. Der Grund für das Abbauen von meinem verhassten Fettgewicht war ein Kaloriendefizit in welches ich mich bewusst begab und ein neuer Blickwinkel auf Nahrung und wie ich mich ernähre.</p>

<p>Denn Körpergewichtverlust ist einfach, was nicht bedeutet, dass es leicht ist. Um Körpergewicht zu verlieren muss man in einem Kaloriendefizit sein. Das bedeutet, dem Körper weniger Kalorien in Form von Nahrung zuzuführen als er am Tag durchschnittlich verbrennt. Dieses physische Universumsgesetzt wird aber verändert durch physische und psychische Faktoren der Körper selbst, soll heißen: nicht für jeden Körper funktioniert dieses Prinzip so einfach wie für jeden anderen. Abhängige Faktoren sind die Zusammensetzung des Körpers, wie er geschaffen ist, welchen Zustand er hat, wie alt er ist, wie es dem Kopf zu dem Körper geht, ist er krank (der Kopf, oder der Körper?) und gibt es Dinge die einen abhalten von Möglichkeiten oder Chancen?</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-11.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<p>So giftige Gedankenmuster, wie ich mir eines zugelegt hatte, sind prädestiniert dafür Fressattacken zu provozieren, also Essensmuster in denen kontinuierlich zu viel zu kaloriendichte Nahrung unkontrolliert zugeführt wird. Soweit war ich zwar selten, aber das schlechte Gewissen nach einer ganzen großen Pizza (Party-size) konnte ich mir primär mit Belohnungsgedanken wie “Das habe ich mir verdient” oder Ablenkungsargumenten „Das mache ich eh so selten“ rechtfertigen. Ich aß zuweilen bis mir schlecht war, weil ich das Gefühl eines bis zum Bersten gefüllten Magens mit satt sein verwechselte. Erst wenn mir übel war, dachte ich, wäre es genug. Generell waren Belohnungsgedanken und Ablenkungsmanöver so tief verankert: Ich hätte alles an exzessivem Essverhalten für mein bequemes Gewissen verargumentieren können, solange ich in meinem kleinen Trott bleiben konnte. Mit dem kannte ich mich aus, hier fühlte ich mich wohl. Ich hatte mir dank meiner fehlerhaften Einstellung ein bequemes Nest gebaut und es brauchte eine Lebensveränderung um mich da heraus zu holen. Meine Lebensveränderung war nicht laut oder plötzlich, sie war am Ende eines langen Kampfes, den andere nicht sehen konnten, ganz leise - eine Kapitulation vor mir selbst. Ich hatte keine Kraft mehr. Das hier war die letzte Chance meines Selbstwertes gerettet zu werden. Ich musste aufhören meine selbstzerstörerischen Copingmechanismen zu verteidigen.</p>

<p>Ich probierte also kontrolliertes Essen, wog Portionen ab, trug Kalorien ein, probierte neue Gerichte aus, kochte mehr Gemüse, viel weniger Fleisch (eigentlich gar keins) und verzichtete auf nichts was ich sonst gerne aß. Ich esse noch immer Pizza (ja auch gelieferte aber eben die Hälfte einer kleinen anstelle eine große Ganze), Brot (am liebsten selbst gebackenes aber eben kein halbes Kilo zu einer Mahlzeit mehr) und Kuchen (am liebsten von Schwiegermama mit Sahne und gerne ein ganzes Stück). Immer noch genieße ich Bier, Wein und Whisky, nur eben in anderen Häufigkeiten als früher. Ich esse nicht viel anders aber viel weniger. Ich esse bewusster und weiß versteckte Kalorien gesund einzuschätzen ohne mich dafür fertig zu machen. Ich habe kein schlechtes Gewissen, sondern ein gesundes Maß an Kontrolle und ein neues Wohlfühlgewicht und Hungergefühl gefunden. Ich habe erkannt wieso ich binge und daran gearbeitet es nicht mehr tun zu wollen.</p>

<p>Ich hatte Glück, mein Stoffwechsel ist relativ normal, ich verlor schnell und stetig Fettgewicht, baute Muskelmasse auf und es geschah so kontinuierlich, dass ich nicht mitbekam wie sehr sich mein Körper veränderte, nur merkte dass mir vieles leichter fiel.</p>

<p>Es war einfacher zu laufen, weil meine Knie nicht mehr so belastet wurden. Beim Rudern war mein Bauch nicht im Weg. Treppenlaufen, aus der Hocke aufstehen, aus dem Bett steigen, alles keine „Uff“-Momente mehr. Meine Muskeln wurden sichtbarer und mein Ehering sitzt lockerer. Ich fühlte mich nicht mehr unwohl in meiner Kleidung. Sehen konnte ich es nicht, aber meine Waage log mich nicht an. Die Waage? Ja, es gibt viele Methoden die Gewichtsabnahme zu überwachen wobei die Waage die wohl verteufeltste von allen ist. Kleidung, Maßband oder Vergleichsfotos können ebenso Werkzeuge sein wie die Waage. Meine zeigt mir in unzuverlässigen Prozenten an, wie mein Körper sich ungefähr zusammensetzt, und weil ich begann mich jeden Tag morgens nach dem Aufstehen und der Morgentoilette zu wiegen und die Prozente aufzuschreiben, sah ich an den Zahlen der so verhassten Waage, dass sich etwas tat! Der Körperfettanteil ging runter, die Muskelmassen hoch und mein Wasseranteil schwankte, was sich am Gesamtgewicht zeigte. Die Waage hörte auf mir Angst zu machen, sie wurde meine Verbündete und normalisierte meinen Blick auf den Prozess der in mir geschah.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-12.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<p>Im Spiegel sah mein Bauch in meinen Augen jedoch aus wie immer schon, meine dissoziative Körperwahrnehmung spielte mir einen grausamen Streich und ich bekam Angst. Was wenn es so schnell wie es jetzt ging auch wieder zurück geht? Was wenn ich die gewonnene Kontrolle wieder verliere? Ich hatte das erste Mal im Leben Erfolge die ich zwar nicht wirklich sehen konnte, die ich aber auch nicht wieder weggeben wollte.</p>

<p>Nachhaltigkeit ist das hier einzufügende Prinzip. Eine Veränderung der Gewohnheiten kann nur geschehen, wenn nachhaltig mit der Veränderung selbst umgegangen werden kann. Ich liebe Brot und Pizza und zu glauben, dass eine Low-Carb-Diät mir dabei hilft, langfristige Veränderungen herbeizuführen, war blanker Selbstbetrug. Keine Keto-Fettgewichtabnehmerfolge können gehalten werden, wenn man in der Zwischenzeit nicht gelernt hat, wie man seinen Erfolg langfristig aufrecht erhalten kann oder seine Nieren und Leber nicht permanent überlasten will. Restriktive Diätexperimente die bestimmte Nahrungsgruppen dämonisieren oder verbieten, Mahlzeiten restringieren und dann versprechen, das es ganz einfach ist, schnell Erfolge zu feiern, manipulieren uns alle erfolgreich in ein zu oft unrealistisch künstliches Kaloriendefizit, das uns nicht lehrt wie wir, nachdem wir unser Gewichtsziel erreicht haben, weiter mit unserer Ernährung umgehen sollen. Dabei ist es nicht verwerflich, eine Art und Weise zu suchen, mit der man sich selbst in ein Kaloriendefizit bringen kann, sondern dass die Erwartungshaltung, der diese Diäten nutzenden Personen, mit Selbstmanipulation beginnt.</p>

<p>Diese Diätensysteme helfen nur dann, wenn man im Kern begriffen hat, warum man, wieso, Mehrgewicht verliert, was die Konsequenzen sind und wenn der Körper nicht eingeschränkt oder krank ist. Ich habe jahrelang gedacht, dass das bisschen High Fat, Low Carb, Keto und intermittent Fasting mich mein Leben lang begleiten kann und nahm aufgrund meiner unzureichenden Informationen immer mehr zu, was in Selbstzweifel und Körperhass endete, weil ich auf unzureichender Basis von einer Wunderdiät in die andere taumelte, um etwas anzuwenden, das meinen Stoffwechsel verwirrte, mich persönlich deprimierte und die Industrie Geld verdienen ließ.</p>

<p>Ich hatte nicht das Gefühl es noch Wert zu sein meinen Zustand zu verändern und natürlich war weiter auf dem Sofa sitzen, Nudelauflauf essen, Pizza bestellen und Sport sowie Fitness zu verachten bequem, einfach, und etwas das mir nicht sofort weh tat. Vor allen Dingen weil Selbsthass kräftezehrend und zerstörerisch auf vielen Ebenen wirkt und all diese Themen, die das ändern würden, erforderten Zeit, Kraft und Commitment, das ich nicht finden konnte, weil ich sehr oft nicht einen einfacheren Einstieg suchte, sondern die Hauruck “alles auf einmal”-Methode benutzte, anstelle geduldig und sogar liebevoll mit mir zu sein. Wenn es nicht lief wie ich wollte, gab ich mir direkt die Schuld. Die bittere Pille ist, dass ich meine jetzigen Erfolge lediglich mit Trotz erreichte und währenddessen lernte, dass Trotz und Wut nicht der Weg hätten sein sollen.</p>

<p>Ich war davon überzeugt viel zu lange, intensive, schweiß- und schmerzgetränkte Sportsessions, die mich dann eine Woche lang muskelkatermäßig ins komplette Aus geschossen haben, wären der einzige Weg für mich Sport zu betreiben. Yoga war nett, brachte aber mit dem sanften Ansatz keine Erfolge wie ich sie wollte. Ich bin viel zu schnell und komplett untrainiert, mit einem Körper, der nicht wusste wie seine eigenen Muskeln anzusteuern sind, joggen gegangen und habe mich dann gewundert, dass ich nach 500m keine Luft mehr bekam. Ich bin mit Freund:innen ins Fitti, habe Kraftsportübungen ausgereizt und mich von ihnen sogar noch animieren und überreden lassen immer schwerer und unnachgiebiger zu trainieren. I set myself up to fail again and again. Wie schon oben erwähnt habe ich mich selbst mit Sport und der Überforderung meines Körpers bestraft und komplett außer acht gelassen, dass Sport den Körper stärker macht, aber ohne die Unterstützung durch Ernährung nicht zu dem Ziel beitragen würde, das ich eigentlich erreichen wollte. Ich wollte meinen Bauch mögen, Sport allein hilft dabei auch heute noch nicht.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-14.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<p>Schlimmer noch. Ee weitere schmerzhafte Lektion des letzten Jahres war auch, dass der Sport in dem ich den Schlüssel zum abnehmen sah, es mir schwerer gemacht hat Fettgewicht abzubauen. Sport sorgte dafür das ich mehr Hunger hatte weil mein Körper mehr Energie verbrannte als gewohnt, also aß ich mehr. Ich habe außerdem angefangen meine sportliche Aktivität mit Essen zu belohnen. Eine Laufsession rechtfertige Muffins und einmal Yoga die große Portion Nudeln mit Käse. Dabei hätte mir früher bewusst werden müssen, dass Mehrgewicht nicht beim Sport verloren wird, sondern in der Küche.</p>

<p>Sporttreiben hat mir dabei geholfen zu begreifen, dass es eigentlich nur Arbeit ist. Vergleichbar mit Lohnarbeit ist Körperarbeit etwas das ich tue weil es sich auszahlt. Ich muss weder meine Lohn- noch meine Körperarbeit immer mögen. Sie kann stressig, anstrengend und auslaugend sein aber auch erfüllend, heilsam und motivierend, sogar echten Spaß machen. Körperarbeit ist wie Lohnarbeit etwas, das ich auch mache wenn ich nicht will, und welche mir dann im Verlauf überraschend gut gefallen kann aber nicht muss. Wichtig ist nur, dass ich auf mich achte, mich nicht unter Druck setze oder setzen lasse und trotzdem einsehe, dass sie zu etwas gut ist und Fortschritte und Entwicklungen Zeit brauchen. Bei der Lohnarbeit ist es oft erleichternd, wenn man in einem guten Team ist, und das ist auch bei Körperarbeit relevant. Je besser dein Team, desto motivierter und leichter ist die Arbeit auch dann, wenn sie im Kern ätzend bleibt.</p>

<p>Es hat lange gebraucht ehrlich zu begreifen was ich mir all die Jahre angetan hatte und jetzt die Konsequenz zu akzeptieren und einen anderen Weg zu erarbeiten, der auf vielerlei Art und Weise anders ist als der Weg den ich zuvor gewählt hatte. Ich brauche keine Extreme, sondern eine gesunde Basis. Ich möchte nicht, dass mein Körper sich selbst behindert und mein Kopf mich belügt. Ich fühle mich mit mir selbst gerade so wohl wie selten zuvor und habe sehr viel gelernt.</p>

<p>Ich kann Sport sehr oft nicht leiden, Muskelkater nervt und ich muss den Sport den ich mache auch nicht lieben, es reicht wenn ich ihn mache um auszugleichen, dass mein Alltag mir wenig Bewegung verschafft. Bewegung ist zwar anstrengend, besonders zu Beginn, aber sie tut mir gut. Es tut mir gut zu wissen, welche Muskeln ich wofür brauche und zu spüren, das sie mir mehr Kraft geben, mich besser halten und mir mehr Möglichkeiten verschaffen. Ich fühle mich stabiler, gesünder und kontrollierter. Dazu muss ich aber die körperliche Aktivität nicht mögen oder voll darin aufgehen. Es reicht wenn ich diese Arbeit an meiner Fitness mache, weil ich weiß, dass das Ergebnis gut für mich ist.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-15.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<p>Ich wünschte Sportler würden aufhören anderen ihre eigenen Erlebnisse und Erfahrungen aufzudrücken. Vieles von dem was mir Sportler:innen im Vorfeld an gut gemeinten konkreten Tipps und Ratschlägen vermittelt haben hat mir nicht dabei geholfen meine eigenen Erfahrungen zu sammeln sondern sie vorweg genommen, Erwartungen geschürt die nicht eintraten und mir sehr oft geschadet. Ja sie hatten Recht, dass Muskelkater mit der Zeit weniger wird, zuviel Wasser trinken unmittelbar vor dem Training nicht gut ist und dass Sport auch Spaß machen kann wenn man ein Ziel hat und diesem näher kommt, aber man muss selbst auf die Herdplatte fassen um zu lernen was weh tut bevor es einem jemand anders erzählt. Lasst Anfangende ihre eigenen Erfahrungen machen, diese teilen, nehmt ihren Frust ernst, redet mit ihnen über ihre Verzweiflung, gerade weil ihr wisst, dass sich das Sporterlebnis verändert und entwickelt. Als bereits trainierte Sportler habt ihr den entschiedenen Vorteil, vieles erarbeitet zu haben, und nun andere ehrlich motivieren zu können. Jeder Schritt ist besser als kein Schritt, sofern weitere Schritte folgen, und als Sportler:innen sollten wir unsere anfangenden Freund:innen unterstützen wenn sie darum bitten und motivieren wo wir können damit sie weitere Schritte gehen wollen.</p>

<p>Ich habe alles was ich über Diäten und Ernährung zu wissen dachte verworfen und mir eine Ernährung erarbeitet, die mich ehrlich gut nährt, meine Bedürfnisse uneingeschränkt befriedigt ohne mich psychisch zu belasten und mir nicht das Gefühl gibt verzichten zu müssen. Ich bin nicht hungrig, esse aber auch nicht mehr so oft über mein Hungergefühl hinaus. Ich glaube die Diätlügen nicht mehr und lasse mir keine Mahlzeiten verbieten. Das Dämonisieren von Nahrungsmitteln ist und bleibt für immer lächerlich. Du musst selbst entscheiden womit du deinen Körper ernähren willst, aber belüge dich nicht aus Bequemlichkeit oder Belohnungswahn.</p>

<p>Ich sehe auf meinen Kanälen davon ab, Sport oder Ernährungscontent zu produzieren der Zahlen oder Pläne beinhaltet, weil diese dazu verleiten sich mit mir, meinem Körper, meiner Fitness, meiner Ernährung und meinem Aussehen zu vergleichen und sich daraufhin zu kritisieren, zu profilieren oder nachzuahmen obwohl wir alle unterschiedliche Personen sind die sehr individuelle Körper haben, die individuell funktionieren. Viel lieber lasse ich euch wissen, wenn ich meine Körperarbeit mache und auch wenn sie nicht gut war oder hätte besser sein können. Ich zeige euch gern immer mal wieder was ich esse, aber niemals werde ich euch kcal aufschreiben oder ganze Diätenrezepte, um keine falschen Assoziationen zu wecken. Ihr werdet keine Kilometer oder Zeiten meiner Ruder- oder Dauerlaufsessions, sowie keine Kilo oder Wiederholungen meiner Kraftsporttrainings erfahren, weil es für euch nicht wichtig ist wie weit, hoch, lang oder schnell ich bin. Ihr sollt euch nicht mit mir vergleichen, ich bin kein zu bewertendes Vergleichsobjekt und ihr solltet Sport für euch selbst machen. Hinterfragt immer jede Person die euch Zahlen, Werte und Tipps gibt. Wenn sie suggerieren, dass etwas mit ihrer Methode schnell und einfach zum Erfolg führt, lügen sie oder machen damit viel Geld/Aufmerksamkeit.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2021-12-15-wie-ich-meinen-koerper-aenderte-16.jpg" alt="Nina sitzt auf dem Boden auf Fellen und blickt in die Kamera" /></p>

<p>Wenn ihr etwas ändern wollt dann könnt ihr das. Der Scheiß ist, dass es anstrengend, langwierig und oft frustrierend ist bevor es Erfolge zeigt und sich gut anfühlt. Bevor ihr etwas ändert denkt daran, dass ihr eine gesunde, ausgeglichene Basis braucht auf der ihr aufbauen könnt und das sollte das erste Ziel sein, seelisch sowie physisch. Lernt auf euren Körper und Kopf zu hören bevor ihr euch falsch interpretiert, sucht euch Hilfe (auch bei Ärzten) und challenged alles was ihr vorher glaubtet zu wissen, es könnte euch überraschen, wie lange und anhaltend ihr euch selbst manipuliert habt und manipuliert wurdet.</p>

<p>Viel Erfolg, haltet durch, Gebt nicht auf.</p>

<p>Falls euch mein Beitrag gefallen hat, unterstützt mich gern bei <a href="https://ko-fi.com/oddnina">ko-fi</a>! Wenn ihr Fragen, Feedback oder Lob habt, schreibt mir gern auf <a href="http://twitter.com/oddnina">Twitter</a> oder <a href="http://instagram.com/oddnina/">Instagram</a>! Ich freue mich wenn meine Worte und meine Erfahrungen euch helfen. Teilt den Beitrag gern auch bei denen, die er helfen könnte.</p>]]></content><author><name>Janina Dreßler</name></author><category term="personal" /><summary type="html"><![CDATA[In meinem Leben ist wenig so omnipräsent wie der Gedanke Körpergewicht abnehmen zu müssen. Der Wunsch in die Gesellschaftsnorm zu passen überschattet mein Leben, nicht weil ich sehr groß bin, sondern laut BMI übergewichtig. Das hat mein Verhältnis zu meinem Körper und meiner Ernährung nachhaltig geschädigt. Jahrelang hab ich mich selbst manipuliert und in bequemen Halbwahrheiten versteckt.]]></summary></entry><entry><title type="html">Bananenbrot</title><link href="https://oddnina.de/recipes/2020/12/13/bananenbrot.html" rel="alternate" type="text/html" title="Bananenbrot" /><published>2020-12-13T17:30:00+01:00</published><updated>2020-12-13T17:30:00+01:00</updated><id>https://oddnina.de/recipes/2020/12/13/bananenbrot</id><content type="html" xml:base="https://oddnina.de/recipes/2020/12/13/bananenbrot.html"><![CDATA[<p>Wo wir gerade schon bei Brot sind, gab es da ja noch einen Covid-19 Trend der Wellen schlug. Dabei ist Bananenbrot eigentlich kein Brot, sondern mehr ein Kuchen. Mein Bananenbrot Rezept habe ich aus Amerika mitgebracht. Ich bin mir nicht mal sicher von wem ich es bekam, aber es ist eine sehr gute Basis um es selbst zu erweitern, was <a href="https://www.twitch.tv/m3llytheone">@m3llyTheOne</a> innerhalb ihres Streams beispielsweise schon sehr erfolgreich getan hat. 
<!--more--></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-12-13-bananenbrot-11.jpg" alt="Zucker Buttergemisch mit gemanschter Banane in Schüssel" /></p>

<p>Die Maßeinheiten mögen ein bisschen seltsam wirken, allerdings habe ich sie vor Zeiten mal aus dem amerikanischen ins metrische System umgerechnet, aber es reicht für ein Laib Bananenbrot.</p>

<h3 id="zutaten">Zutaten</h3>
<ul>
  <li>170g Weizenmehl</li>
  <li>170g Vollkornmehl</li>
  <li>1TL Natron</li>
  <li>1/2TL gemahlen Ingwer</li>
  <li>1/2TL gemahlenen Zimt</li>
  <li>1/2TL Salz</li>
  <li>120g weiche Butter</li>
  <li>170g Puderzucker</li>
  <li>3 reife Bananen</li>
  <li>2 Eier</li>
  <li>5 EL heißes Wasser</li>
  <li>1/2TL Vanille Aroma</li>
  <li>(Nach belieben Pecan-, Walnüsse, Schokolade oder extra Bananen)</li>
</ul>

<h3 id="zubereitung">Zubereitung</h3>
<p>Herd auf 160°C vorheizen und eine Kastenform fetten und Mehlen. Mehle, Natron und Gewürze mischen und beiseite stellen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-12-13-bananenbrot-03.jpg" alt="Zucker Buttergemisch mit gemanschter Banane in Schüssel" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-12-13-bananenbrot-04.jpg" alt="Zucker Buttergemisch mit gemanschter Banane in Schüssel" /></p>

<p>Butter und Zucker cremig schlagen. Bananen mit einer Gabel zerdrücken bis sie ein weicher Brei sind. Anschließend die Eier, das Aroma und Bananen zur Butter- Zuckermischung mischen bis sie geronnen wirkt.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-12-13-bananenbrot-05.jpg" alt="Zucker Buttergemisch mit gemanschter Banane in Schüssel" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-12-13-bananenbrot-06.jpg" alt="Zucker Buttergemisch mit gemanschter Banane in Schüssel" /></p>

<p>Dann abwechselnd Mehl und Wasser zugeben bis ein Teig entsteht. Falls man weitere Bananen, Nüsse oder Schokolade zugeben möchte kann man das jetzt tun.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-12-13-bananenbrot-07.jpg" alt="Zucker Buttergemisch mit gemanschter Banane in Schüssel" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-12-13-bananenbrot-08.jpg" alt="Zucker Buttergemisch mit gemanschter Banane in Schüssel" /></p>

<p>Das Bananenbrot in die Form füllen und ca eine Stunde lang backen oder bis der Zahnstochertest bestanden ist. Anschließend lasst ihr den Brotkuchen gern eine Stunde abkühlen weil es sonst schnell ausseinanderbricht.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-12-13-bananenbrot-09.jpg" alt="Zucker Buttergemisch mit gemanschter Banane in Schüssel" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-12-13-bananenbrot-10.jpg" alt="Zucker Buttergemisch mit gemanschter Banane in Schüssel" /></p>

<p>Bananenbrot passt am aller besten zu einem herzerwärmenden Heißgetränk wie zum Beispiel [London Fog] oder einen anderen Tee/Kaffee eurer Wahl und bestrichen mit der Schokoladennussnougatcreme oder Erdnussbutter eurer Wahl wird das ganze schnell zu einem dekadenten Snack.</p>

<p>Falls euch mein Rezept gefallen hat, unterstützt mich gern bei <a href="https://ko-fi.com/oddnina">ko-fi</a>! Wenn ihr fragen, feedback oder lob habt, schreibt mir gern auf <a href="http://twitter.com/oddnina">Twitter</a> oder <a href="http://instagram.com/oddnina/">Instagram</a>! Ich freue mich über jedes Bild von erfolgreich gebackenem Bananenbrot!</p>]]></content><author><name>Janina Dreßler</name></author><category term="recipes" /><summary type="html"><![CDATA[Wo wir gerade schon bei Brot sind, gab es da ja noch einen Covid-19 Trend der Wellen schlug. Dabei ist Bananenbrot eigentlich kein Brot, sondern mehr ein Kuchen. Mein Bananenbrot Rezept habe ich aus Amerika mitgebracht. Ich bin mir nicht mal sicher von wem ich es bekam, aber es ist eine sehr gute Basis um es selbst zu erweitern, was @m3llyTheOne innerhalb ihres Streams beispielsweise schon sehr erfolgreich getan hat.]]></summary></entry><entry><title type="html">Vom Sauerteigbrot backen</title><link href="https://oddnina.de/recipes/2020/11/19/vom-sauerteigbrot-backen.html" rel="alternate" type="text/html" title="Vom Sauerteigbrot backen" /><published>2020-11-19T12:10:00+01:00</published><updated>2020-11-19T12:10:00+01:00</updated><id>https://oddnina.de/recipes/2020/11/19/vom-sauerteigbrot-backen</id><content type="html" xml:base="https://oddnina.de/recipes/2020/11/19/vom-sauerteigbrot-backen.html"><![CDATA[<p>Es gab am Anfang der, durch Covid-19 initiierten sozialen Distanzierungsregeln, ein paar Memes, vor allen Dingen aus den Ländern in denen Menschen ihre Wohnorte nicht mehr verlassen durften und sie drehten sich humoristisch um all die Dinge für die man jetzt die zusätzliche Zeit, die plötzlich nicht mehr für unsere sozialen Aktivitäten mit anderen Menschen notwendig war,<!--more--> aktionistisch genutzt werden kann, um all das zu machen, was man wegen seinem sonst so stressigen Sozialleben nicht schafft und neben Yoga, Bücher lesen und endlich eine Sprache lernen enthielt die Liste auch das backen von Sauerteigbrot und ich hatte auf nichts davon Lust, erst Recht nicht aufs Sauerteigbrot backen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-25.jpg" alt="young women sitting on a chair in male clothes" /></p>

<p>Sauerteigbrot ist nämlich aufwändig und dauert lang. Man kann nicht einfach eine Packung Trockenhefe in ein Kilo Mehl werfen, Wasser drauf gießen und nach einer halben Stunde ist ein fluffier Teig fertig für den Ofen, nein.. so ein Sauerteig braucht seine Zeit, er geht gemächlich, will nicht geknetet sondern gedehnt werden und am liebsten zu lang im Kühlschrank sitzen, oder auch nicht und die aufgezogene Wissenschaft um den Brotteig war mir auch zu viel.</p>

<p>Doch meine Freundin <a href="https://www.instagram.com/asurelle/">Olga</a> hatte sich, leidenschaftlich wie sie ist, dieser Aufgabe angenommen und ihr ganzes Herzblut in das großziehen eines, von einem WLAN Router bewärmten, Sauerteigstarter gesteckt und erste Erfahrungen im Brotbacken gesammelt. Wisst ihr, Brot backen ist eine Leidenschaft in die Menschen (und es sind viel mehr als man meint) sehr viel Zeit, Mühe und Wissenschaft stecken. So viel, dass es unfassbar kompliziert wirkt. Grammgenaues abwiegen verschiedenster Mehlsorten, Feuchtigkeitswerte und Temperaturen im Kühlschrank oder auf der Arbeitsfläche machen es den laienhaften Bäcker:innen schwer einen Einstieg zu finden. Redet man dann mit einem der erfahreneren Backenden darüber sagen die, es wäre gar nicht so wild, aber überwältigend ist der Vorgang des Sauerteigbrotbackens dann doch schon auf den ersten Blick.</p>

<p>Ich hatte also das Glück Hilfe bekommen zu haben doch seit ich darüber auf Twitter berichte, bekomme ich viele Fragen von euch und dachte mir, ich schreibe einfach mal grob auf, wie ich das mit diesem Sauerteigbrot so mache. Dabei bedenkt bitte, dass ich auch nur Anfänger bin und noch viel lernen und verbessern kann.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-02.jpg" alt="Sourdough" /></p>
<h3 id="der-sauerteigstarter">Der Sauerteigstarter</h3>
<p>Der Sauerteigstarter ist eine Mischung aus einem Teil Mehl mit einem Teil Wasser, welcher in einem offenen Gefäß etwa eine Woche herumsteht, bis der Teig beginnt zu gären und Blasen zu schlagen. Wichtig ist den Starter jeden Tag mit einem Teil Mehl und einem Teil Wasser zu füttern, um den in der Luft natürlich vorkommenden Hefepilzen und Bakterien, genug Lebensraum zu geben. Dabei kann man gerne existierende Teile alten Teig wegwerfen, das macht der Gesamtkultur nichts aus. Hierbei könnt ihr Mehlmischungen oder nur eine Mehlsorte verwenden, je nachdem was ihr möchtet.</p>

<p>Ich habe meinen Sauerteigstarter nach unserer Dänemarkreise von Olga bekommen. Der Vorteil ist, dass die Kultur bereits so stark und groß ist, dass er fast unkaputtbar ist. Ich müsste ihn wirklich sterben lassen wollen, um diese Kultur klein zu kriegen. Es ist übrigens ein Roggenmehlstarter!</p>

<p>So ein Starter möchte übrigens gern im Kühlschrank wohnen und mindestens ein Mal die Woche mit einem Teil Mehl und einem Teil Wasser gefüttert werden!</p>

<p><a href="https://www.sonachgefuehl.de/sauerteig-ansetzen-ist-kinderleicht/">Hier</a> findet ihr eine etwas bessere Anleitung als meine.</p>

<h3 id="nützliche-utensilien">Nützliche Utensilien</h3>
<p>Wie bei jedem Hobby ist das Gadgeting ein spannender Teil. Hier meine Liste an Brotbackequipment:</p>

<ul>
  <li>Eine Schüssel (möglichst kein Plastik)</li>
  <li>Ein Handrührgerät (oder eure Hände reichen auch)</li>
  <li>Eine digitale Waage</li>
  <li>Ein Gärkorb (es gibt davon viele größen und Formen. Meine sind rund.)</li>
  <li>Teigspachtel</li>
  <li>Einen Gußeisernen Topf</li>
  <li>Ein sauberes Küchentuch</li>
</ul>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-18.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<h3 id="eine-sauerteiganleitung">Eine Sauerteiganleitung</h3>
<p>Ich halte mich, wie von Senpai beigebracht, an die Maß- und Zeiteinheiten eines Rezeptes und variiere anschließend innerhalb demselben mit eigenen Experimenten. Meine Basis ist dieses <a href="https://www.homemadefoodjunkie.com/wp-json/mv-create/v1/creations/34/print?ajax=true">hier</a>
Darin kann man ein paar grundlegende Phasen erkennen, die eigentlich in jedem anderen Rezept so oder so ähnlich auftauchen und unterschiedlich sein können aber immer dem Ziel dienen dem Sauerteig Zeit zu geben sich gut zu entwickeln um ein leckeres Brot zu werden.</p>

<ol>
  <li>Füttern des Sauerteiges</li>
  <li>Teig bereiten</li>
  <li>Dehnen und falten</li>
  <li>Langes gehen</li>
  <li>Formen und finales gehen</li>
  <li>Backen</li>
</ol>

<p>Unvermeidlich ist hierbei, dass man genug Zeit einplanen sollte! Bakterien und Hefepilze brauchen nämlich so lange, wie sie eben brauchen und unsere Aufgabe als Bäcker*innen ist es ihnen die aller beste Unterstützung zu geben um dafür zu sorgen, dass sie unseren Teig fluffig und aromatisch machen können.</p>

<p>Dabei braucht es mindestens einen Tag vom initialen Füttern des Sauerteiges (ein neuer Starter braucht etwa eine Woche um sich zu entwickeln!) bis zum backen des Brotes und alleine diese Zeitspanne schreckt die allermeisten angehenden Sauerteigbrotbäcker:innen ab.</p>

<p>Daher empfehle ich Neulingen im Brotbacken, besonders wenn sie sich nicht sicher sind, ob sie sich direkt an Sauerteig wagen wollen, erst einmal mit industrieller Hefe zu beginnen. Egal ob trockene oder frische Hefe. Klassisch bekommt man diese im Supermarkt und braucht für den Gärprozess nicht lange Wartezeiten sondern eher eine halbe Stunde. Trotzdem lernt man hier wie sich Teig anfühlt, wie er aussieht und was er tut wenn er aufgeht. Ein tolles Rezept ist dieses <a href="https://www.kuriositaetenladen.com/2014/07/landbrot.html?m=1">hier</a>.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-04.jpg" alt="Fresh Sourdough" /></p>

<h4 id="füttern-des-sauerteiges">Füttern des Sauerteiges</h4>
<p>Bevor wir einen Teig ansetzen können, müssen wir dafür sorgen, dass der Sauerteigstarter  aktiv ist und das tun wir indem wir den Starter frisch füttern und anschließend bei Raumtemperatur gären lassen bis er sich mindestens verdoppelt hat. Wenn ein Teelöffel Starter in Flüssigkeit schwimmt ist der Starter aktiv genug und kann verwendet werden.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-03.jpg" alt="Sourdoughstarter" /></p>

<h4 id="teig-bereiten">Teig bereiten</h4>
<p>Wenn der Sauerteigstarter bereit ist, mischen wir ihn mit handwarmer Flüssigkeit und dem Mehl. Ich benutze einen <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B06ZXWR7VW/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o09_s01?ie=UTF8&amp;psc=1">dänischen Schneebesen</a> um das Mehl mit dem Wasser zu einem groben Teigball zu mischen. Das ist die Phase, in der das Mehl mit Flüssigkeit komplett hydriert wird und der Sauerteigstarter gut im Teig vermischt werden muss um danach von zwei bis zu vier Stunden bei Zimmertemperatur zu ruhen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-05.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<h4 id="stretch-and-fold">Stretch and Fold</h4>
<p>Diese ist die wohl arbeitsintensivste Phase, in der wir das im Mehl enthaltene Gluten entwickeln und strapazieren. Doch bevor wir das machen, würzen wir unser Brot in jedem Fall mit Salz! Hier mischt man dann auch andere Aromen und Kerne oder Nüsse in den Teig.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-06.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p>Sauerteig ist meist klebrig und es helfen feuchte Finger um den Teig zu bearbeiten ohne zu viel Wasser zusätzlich in den Teig zu arbeiten. Es gibt auch viele unterschiedliche Zeitmodelle den Teig zu dehnen und zu falten. Ich dehne und falte vier mal, alle halbe Stunde. Aufwändigere Rezepte wie von <a href="https://youtu.be/jJpIzr2sCDE">Joshua Weissman</a> zeigen wie viel Arbeit man auch in Teig stecken kann :D</p>

<h4 id="langes-gehen">Langes gehen</h4>
<p>Sobald der Teig fertig gedehnt ist, bekommt er nun ganz viel Zeit um zu ruhen und ordentlich den charakteristischen sauren Geschmack zu entwickeln. Innerhalb der Schüssel darf er nach dem dehnen noch ein zwei Stunden herumliegen. Anschließend geht er in den Kühlschrank und dafür decken wir den Teig mit Folie oder einem feuchten Geschirrtuch ab (meine Freundin <a href="https://janinalindemann.de">Janina</a>, die beste Köchin und Bäckerin die ich kenne, benutzt Duschhauben aus Hotels zum abdecken. Super klug!) und er kommt in den Kühlschrank für mindestens 10 Stunden oder über Nacht.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-07.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p>Ich habe auch schon damit experimentiert den Teig nicht in den Kühlschrank sondern bei Zimmertemperatur gehen zu lassen aber dann sollte man den Sauerteiganteil entsprechend anpassen.</p>

<p>Nach der langen Zeit des gehens darf der Teig dann ungefähr eine bis zwei Stunden bei Raumtemperatur aufwärmen bevor es weiter geht.</p>

<h4 id="formen-und-finales-gären">Formen und finales Gären</h4>
<p>Jetzt wo der Teig nach der langen Ruhephase wunderbar fluffig geworden ist, formen wir ihn liebevoll zu zwei kleinen Laiben (oder nicht, wie groß man die Brote eben will) die dann in ihren Gärkörben im Kühlschrank fertig ruhen dürfen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-08.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p>Wichtig ist, dass wir den Teig nicht mehr kneten um so wenig Gas wie möglich entweichen zu lassen! Wir wollen die Arbeit der Hefepilze nicht sabotieren.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-12.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p>Dazu stürzen wir den Teig auf eine ungemehlte, saubere Oberfläche und Mehlen die offenporige Unterseite gleichmäßig. Wenn notwendig trennen wir den Teig in in separate Laibe und benutzen einen Teigspachtel und die Hand um den kleinen Laib zu drehen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-09.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-10.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p>Dazu dreht man Hände und Teigspachtel entlang des Randes des Brotes in entgegengesetzte Richtungen um einen Ball zu formen. Der Teig und die ungemehlte Oberfläche sorgen für Spannung die dabei hilft einen kleinen Laibball zu formen. Das funktioniert bei mir nur mit Kühlschrankteig. Arbeitsflächenteig hat bei mir so sehr geklebt, dass ich fast aufgegeben habe. <a href="https://youtu.be/bSYdABrPrtM?t=888">Hier</a> ist eine Videoanleitung zum Formen.</p>

<p>Nach dem Formen mit einem sauberen Tuch abdecken und auf der Oberfläche eine halbe Stunde ruhen lassen. Dabei geht der Ball noch etwas auf, sollte aber nicht zerfließen. Falls er doch unnatürlich flach wird müssen wir den Teig noch mal neu zu einem Ball formen und ruhen lassen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-13.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-11.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p>Anschließend drehen wir den Teig vorsichtig mit dem Spachtel auf die bemehlte Seite und ziehen den Teig von unten über ein drittel hoch, dann von den Seiten zur Mitte und zuletzt von oben bis ganz nach unten. Die Naht könnt ihr gern zukneifen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-15.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-14.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p>Wichtig ist, dass ihr euren Gärkorb ordentlich mehlt damit der Teig nicht kleben bleibt. Wenn ihr Haferflocken oder Kerne auf dem Brot einbacken wollt wäre jetzt der Moment sie mit in den Gärkorb zu legen. Vorsichtig hebt ihr den Teig, Nahtseite nach oben in den Korb und stellt ihn anschließend zum letzten Gehen für zwei Stunden in den Kühlschrank.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-16.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<h4 id="backen">Backen</h4>
<p>Nach der ganzen Arbeit ist das Backen des Brotes fast ein Selbstgänger. Unverzichtbar ist für mich ein <a href="https://www.amazon.de/-/en/Signature-Casserole-Diameter-Suitable-Induction/dp/B00VA5HG0Q/ref=sr_1_4?crid=2G3K9F16ND8J7&amp;dchild=1&amp;keywords=le+creuset&amp;qid=1605469328&amp;sprefix=le+creux%2Caps%2C172&amp;sr=8-4">Gußeiserner Topf</a> zum backen. Dieser hält die, beim Backen entweichende Feuchtigkeit beim Brot und sorgt für die spektakulären Brotbilder mit wunderbarer Kruste. Der Topf will im Ofen aufgewärmt werden und meistens hole ich auch den Teig schon aus dem Kühlschrank damit er ein bisschen warm werden kann.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-17.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p>Wenn Ofen und Topf heiß sind kommt der Teig in den Topf, ich schneide ihn schnell ein und anschließend kommt der Deckel drauf und alles für eine halbe Stunde bei 250grad in den Ofen. Nach der halben Stunde nehme ich den Deckel ab um die Kruste von 10 bis 15 Minuten knusprig zu backen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-19.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-20.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p>Dann ist das Brot fertig gebacken und muss, auch wenn es schwer ist, ruhen und zwar ungefähr eine Stunde lang, bevor man dann endlich anschneiden und probieren kann um zu sehen ob einem das Brot gelungen ist.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-21.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<h3 id="rezepte">Rezepte</h3>
<p>Eigentlich wollte ich euch kein Rezept aufschreiben, weil vieles beim Sauerteigbrot backen schief gehen kann und tatsächlich ist das Brot, das ich für diesen Beitrag buk ebenfalls nichts geworden. Es war übergärt, der Teig nicht luftig oder elastisch genug, geschmeckt hat es trotzdem. Doch weil ich so oft gefragt wurde schreibe ich euch das Grundrezept auf dem ich meine Brotexperimente basiere auf. Auch versteht ihr dann die groben Angaben die ich auf Instagram oder Twitter zu den Rezepten mache, besser.</p>

<ul>
  <li>525g Flüssigkeit</li>
  <li>Kühlschrankgährung 150g / Arbeitsplattengährung 50g aktiver Sauerteigstarter</li>
  <li>700g Mehl</li>
  <li>15-20g Salz</li>
</ul>

<p>Das ist auch schon alles. Meistens mische ich backstarkes Weizenmehl 550 mit Vollkornmehlen (Roggen, Dinkel oder Buchweizen) und dann mit Gewürzen oder Kernen um den Geschmack oder das Mundgefühl und die Textur auszuprobieren.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-22.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-23.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p>Für den Anfang rate ich euch ersteinmal reines Weizenbrot mit Sauerteig zu backen und dann Variationen zu versuchen, so mache ich das auch. Lasst eurer Kreativität freien lauf! Vielleicht tauscht ihr mal eine Mehlsorte zu unterschiedlichen Prozenten aus, mischt Gewürze oder benutzt Hafermilch oder Bier zum Teigmischen und lasst mich gern wissen, wenn ihr euch daran traut Sauerteigbrot zu backen!</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-11-20-vom-sauerteigbrot-backen-24.jpg" alt="Sourdough with salt" /></p>

<p>Ich twittere unter dem Hashtag <a href="https://twitter.com/search?q=%23sauerteigoddyssey&amp;src=typed_query">#SauerteigOddyssey</a> über meine Brote und auf Instagram im [Brot Highlight](<a href="http://instagram.com/oddnina/">Instagram</a> gibt es Aufnahmen meiner Brotanschnitte.</p>

<p>Falls euch mein Blogpost geholfen und oder gefallen hat unterstützt mich gern bei <a href="https://ko-fi.com/oddnina">ko-fi</a>! Wenn ihr etwas anderes rund ums Sauerteigbrot backen wissen möchtet oder erzählen mögt, schreibt mir gern auf <a href="http://twitter.com/oddnina">Twitter</a> oder <a href="http://instagram.com/oddnina/">Instagram</a>! Ich freue mich über jedes Bild von erfolgreich gebackenem Brot!</p>]]></content><author><name>Janina Dreßler</name></author><category term="recipes" /><summary type="html"><![CDATA[Es gab am Anfang der, durch Covid-19 initiierten sozialen Distanzierungsregeln, ein paar Memes, vor allen Dingen aus den Ländern in denen Menschen ihre Wohnorte nicht mehr verlassen durften und sie drehten sich humoristisch um all die Dinge für die man jetzt die zusätzliche Zeit, die plötzlich nicht mehr für unsere sozialen Aktivitäten mit anderen Menschen notwendig war,]]></summary></entry><entry><title type="html">Vom immer riesig groß sein</title><link href="https://oddnina.de/personal/2020/07/04/vom-immer-riesig-gro%C3%9F-sein.html" rel="alternate" type="text/html" title="Vom immer riesig groß sein" /><published>2020-07-04T14:40:00+02:00</published><updated>2020-07-04T14:40:00+02:00</updated><id>https://oddnina.de/personal/2020/07/04/vom-immer-riesig-gro%C3%9F-sein</id><content type="html" xml:base="https://oddnina.de/personal/2020/07/04/vom-immer-riesig-gro%C3%9F-sein.html"><![CDATA[<p>Ich war schon immer länger als die anderen. Im Kindergarten war ich gut einen Kopf größer als die anderen Kinder. Auf Bildern meiner Einschulung gehen mir meine Klassenkameraden gerade bis zur Schulter und in der Pubertät, wo die Jungs einen Wachstumsschub bekommen und den Mädchen über den Kopf wachsen, blieben sie alle kleiner als ich. Heute bin ich 1,91m groß. Manchmal fühle ich mich zu klein, bin oft größer als die meisten und meine Femininität erkämpfe ich mir jeden Tag.</p>

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<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-02.jpg" alt="young women sitting on a chair in male clothes" /></p>

<p>Unsere körperliche Wirkung auf die Menschen um uns herum und die von Ihnen zurückgespiegelte Wahrnehmung prägen unser Selbstbild. Wenn man schon als junges Mädchen deutlich anders aussieht als die anderen Gleichaltrigen, dann bemerken das nicht nur die Menschen um einen herum sondern auch man selbst: Manchmal mehr, manchmal weniger, meistens im direkten Vergleich. Irgendwann beginnt man dann auch zu verstehen was die anderen eigentlich an einem bemerken und was es bedeutet, was bemerkt wird. Man beginnt selbst zu bemerken wenn man anders ist.</p>

<p>Ich wurde als burschikos beschrieben. Mir wurde gesagt, ich sei ein Kumpeltyp. Meine Kleidung war meist aus der Abteilung für Männer, aber nicht weil es eine stilistische Entscheidung war, sondern weil es für junge Frauen und Mädchen in meiner Körpergröße oft keine passende Kleidung gab und gibt. Hosenlängen für Frauen gehen im regulären Einzelhandel selten über 34 hinaus und Oberkörper sowie Ärmellängen sind frustrierend kurz. Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal, dass ich eine Hose bekam, die für junge Frauen war und mir irgendwie passte. Ich war 14, der Reißverschluss war am Steißbein und sie saß bis auf den weiten Bootcut am Unterschenkel sehr eng. Die wenigsten Frauen finden es leicht unter den gängigen Kleidergrößen Kleidung zu finden, aber es gibt einen Unterschied zwischen “nur schwer Kleidung finden” und überhaupt keine Kleidung zu finden, in einer Gesellschaft, die keine Kleidung für einen herstellt. Eigentlich war die Hose ein, zwei Zentimeter zu kurz, aber ich fühlte mich feminin, primär weil Miss Sixty von den coolen Mädchen in meiner Klasse getragen wurde und ich zu ihnen gehören wollte; weil es normal ist dazu gehören zu wollen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-03.jpg" alt="young women sitting on a chair in male clothes" /></p>

<p>Natürlich ist da noch viel Anderes in das man als große Frau nicht hinein passt und bei dem man Glück hat, wenn jemand es wichtig genug findet es für große Männer zu entwickeln, weil dann gibt es zumindest die Chance, dass es passen könnte. Denn es ist eine Männerwelt in der wir leben, und nicht alle Männer sind groß, auch wenn es zum Ideal gehört.</p>

<p>Das biometrische Merkmal des Großseins ist von Stereotypen besetzt die primär Männern vorbehalten sind. Es wird allgemein mit mentaler oder körperlicher Stärke, Aggression, Dominanz, Führungsanspruch, Mut und Risikobereitschaft aber auch Gefühlskälte assoziiert. Weiblichkeit steht eher in Verbindung mit Zartheit, Sanftmut, Einfühlsamkeit, Zurückhaltung, Niedlichkeit, Schönheit, Geduld und Anpassungsfähigkeit. Für die meisten Menschen strahlt mein Körper keine Zartheit, Niedlichkeit oder Zurückhaltung, sondern körperliche Stärke und Dominanz aus. Ich wirke auf die meisten Menschen bedrohlich, hart, präsent und männlich. Es muss nicht mal bewusst geschehen, meistens ist diese Zuordnung unterbewusst. Meine körperliche Erscheinung ist für viele ein wandelnder Widerspruch und dieser Widerspruch provoziert unterschiedliche Reaktionen und die meisten haben nichts mit dem Menschen zu tun der ich bin, sondern dem, was sie in meine Erscheinung projizieren. Das sorgt für einen starken Unterschied zwischen der Eigenwahrnehmung und der Fremdprojektion, welcher schließlich in einer unangenehmen Dissoziation endet. Irgendwann fühlt man sich nicht mehr wohl.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-04.jpg" alt="young women sitting on a chair in male clothes" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-05.jpg" alt="young women sitting ona chair in male clothes" /></p>

<p>Die Außenerwartung an mich prägt mich in meinem Leben oft männlich. Ich hatte lange ein entrücktes Bild vom Frausein im Bezug zu mir selbst und tat mich schwer damit zu verstehen, wieso die einen sich über mich lustig machten, mich nicht feminin genug fanden, und die anderen mir typische männliche Fähigkeiten nicht zutrauten oder sie mir absprachen. Ich begann typisch Weibliches abzulehnen und eignete mir Männliches an, weil es zu den Erwartungen passte die man bewusst oder unterbewusst an mich stellte, und die mir auch Spaß machten. Ich wollte wie mein Papa Motorrad fahren und Rockmusik hören. Ich wollte Kart fahren wie meine Freunde und Bier trinken, Feuer machen, Bäume hoch- und runter klettern. Ich liebte Barbies und im Zelt schlafen, auf Pferden reiten und Wasserschlachten, Bilder malen und durch den Wald ziehen. Ich war nicht wie die Prinzessinnen in Disneyfilmen sondern wie Ronja Räubertochter, doch am Ende war da immer wer, der mir sagte “Du kannst nicht so schnell/hoch/weit wie die Jungs. Das ist nicht schlimm.” Doch das war es. Heute weiß ich, dass es zum kotzen war, wenn mir jemand die Sachen die ich so gern mochte nicht zutraute weil ich keinen Penis habe. Es ist schwer seine Identität zu finden, wenn man der gesellschaftlichen Erwartung nicht entspricht.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-07.jpg" alt="young women sitting on a chair with red lips" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-06.jpg" alt="young women sitting on a chair in male clothes" /></p>

<p>Es braucht Erfahrung, um den Mut zu haben zu hinterfragen was einem das eigene Geschlecht bedeutet und wie man es empfindet. Was ist es denn, was es an dir ausmacht? Wie lege ich die gesellschaftliche Erwartung an allgemein geprägte Eigenschaften ab oder bringe andere dazu mich zu sehen wie ich mich definieren möchte? Woran machen wir unser Geschlecht überhaupt fest und warum maßen wir uns an, anderen eines zuzuweisen?</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-08.jpg" alt="young women sitting ona chair in male clothes" /></p>

<p>Denn egal wie man sich fühlt, man wird am Ende doch von außen gelesen und gewertet. Das ist etwas, das man als große Person schnell lernt, denn im Angesicht der unversteckbaren Realität der Körpergröße projizieren Menschen ihre eigenen Erwartungen daran. Wie oft meine Körpergröße glorifiziert und sexualisiert wurde kann ich kaum zählen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem man mir nicht sagt wie groß ich bin, dass man meine Größe nicht wirklich wahrnimmt oder man sich niemals vorstellen könnte so groß zu sein wie ich. Es gibt auch jene, die meine Körpergröße lieben weil sie selbst gern größer wären und sie idealisieren oder sich in meiner Nähe besonders wohl fühlen, da sie sich neben mir klein fühlen oder hohe Schuhe tragen können ohne die größte Person zu sein, und die Schuhe sowie die Last des Großseins mit ihnen einfach wieder ablegen zu können. Männer wollten mich unzählige Male erobern, weil eine Frau meiner Größe so etwas wie ein Preis zu sein scheint, mit dem sich besonders kleine Männer gern schmücken. Als hätten sie einen Berg bestiegen. Außerdem gibt es viele Kinks die mit der in Körpergröße gesehenen Dominanz zusammen hängen, und Männer gehen sehr selbstverständlich und ungefragt mit dem Anspruch an diese Dominanz zu ihrer eigenen Befriedigung um.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-10.jpg" alt="young women sitting on a chair in male clothes" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-09.jpg" alt="young women sitting on a chair in male clothes" /></p>

<p>All das sorgt dafür, dass manche Sorge haben, ihren Töchtern diese Körpergröße aufzubürden. Meine Mutter hat viel dafür getan, mich darauf vorzubereiten wie das Leben für mich, als sehr große Frau, sein wird, denn mit 1,85m ist sie in ihrer Generation außergewöhnlich groß, wie ich es für die Meine heute bin. Ich erinnere mich an einen Moment in der Grundschule, als eine Frau, die größer als meine Mutter war, an uns vorbei ging und meine Mama sagte, sie würde niemals so groß sein wollen wie sie. Mit dem Wissen um all die großen und kleinen Schwierigkeiten ist das vorhersagen meiner Körpergröße Teil meiner Jugend gewesen. Mein linker Mittelhandknochen wurde geröntgt um meine finale Größe vorherzusagen (“Sie wird auf keinen Fall größer als 1,81m”) und ich erinnere mich auch an ein Gespräch bei meinem Kinderarzt zu dem ich ging, weil ich darauf hoffte, dass er mir irgend eine Tablette geben könne, damit ich nicht noch größer werde. Er zeigte mir den Verlauf meiner Wachstumskurve und schätzte das ich zwischen 1,85m und 1,90m groß werden würde. Ich weiß noch, dass sich in meinem Hals ein Kloß bildete, und in mir Tränen empor stiegen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-11.jpg" alt="young women sitting on a chair in male clothes" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-15.jpg" alt="young women sitting ona chair in male clothes" /></p>

<p>Jeder Millimeter schien mir zu viel. Ich habe mir so oft angehört, dass man mit meiner außergewöhnlichen Körpergröße als Frau nicht glücklich werden könne. Ich hatte Angst, dass mein Leben zu Ende ist bevor es begonnen hat. Dass ich keinen Mann finden würde, der größer ist als ich, keine Hose und kein Paar Schuhe mir jemals passen und da saß mein Kinderarzt, der mir die Tablette nicht geben wollte, weil sie mein Krebsrisiko aufgrund der enthaltenen Hormone, die mein Wachstum um ein zwei Zentimeter oder Millimeter hemmen würden, so stark steigen würde, dass es das Risiko seiner Ansicht nach nicht wert war. Heute bin ich ihm dafür sehr dankbar, denn meine Körpergröße hat mir mehr ermöglicht als vereitelt. Heute würde ich keinen Zentimeter meiner Körpergröße aufgeben.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-12.jpg" alt="young women sitting ona chair in male clothes" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-13.jpg" alt="young women sitting ona chair in male clothes" /></p>

<p>Denn ich habe mir beigebracht, dass ich nicht der Widerspruch bin, den Menschen in mir sehen wollen. Ich definiere meine Weiblichkeit und bestimme welchen Erwartungen ich entsprechen will und welchen nicht. Auch wenn es vielen wichtig ist, Menschen in dem binären System zuordnen zu können, muss ich nicht dem entsprechen was andere vordefiniert haben. Ob ich Jeans, Pullover mit Heels und knallroten Lippen oder ein Kleid mit Doc Martens und Lederjacke trage, bricht sich nach meinen Regeln, denn gesehen werde ich immer, und selten vergisst oder übersieht man mich. Alles was ich bin ist feminin und weiblich weil ich sage das es so ist. Ich habe verstanden, dass ich mich nicht verstecken muss, sondern gesehen werden will.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-16.jpg" alt="young women sitting ona chair in male clothes" /></p>

<p>Es ist außerdem lange überfällig, dass wir klassische Geschlechterrollen aufbrechen und die Vielfalt des Spektrums erforschen, welches unsere moderne Gesellschaft uns zur Verfügung stellt. Dazu gehört auch, dass wir das kritisch hinterfragen, was wir mit Geschlechterrollen im Bezug auf Körper gelernt haben und eventuell einsehen, dass jeder Mensch mit seinem Körper tun und lassen kann was ihnen beliebt. Sich mit knalligen Farben schminken, die Fingernägel künstlich verlängern, die Beine niemals rasieren und Perlen in den Bart flechten. Wir dürfen stark sein, weich, hart und muskulös wirken. Ob ich ein Kind oder ob ich kein Kind kriegen will. Brüste und Arsch vergrößern, Fett abpumpen, Bier und Wein trinken, Whisky trinken und Zigarren rauchen während man auf einem Pferd sitzt und High Heels trägt. Wir dürfen Single, verheiratet, bi-, poly-, homo-, hetero- und asexuell sein so viel wie es geht. Diversität ist der Schlüssel, und in dieser diversen Welt sind Frauen auch groß und klein, mehrgewichtig und weniggewichtig, feminin, maskulin, androgyn, behindert und nicht-behindert, vor allem aber sichtbar.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-07-04-vom-immer-riesig-gross-sein-14.jpg" alt="young women sitting ona chair in male clothes" /></p>

<p>Egal wer ihr beschließt zu sein: Bestärkt andere, die ebenfalls beschlossen haben zu sein, und lasst euch nicht in Schubladen stecken, steckt andere nicht in Schubladen sondern empowert alles was sie sein wollen. Zeigt Ihnen ihre Schönheit, wie begehrenswert sie sind und empowert einander.</p>

<p>Falls es Fragen gibt, oder ihr mich erreichen wollte tut das gern über <a href="http://twitter.com/oddnina">Twitter</a> oder <a href="http://instagram.com/oddnina/">Instagram</a>! Ich freue mich von euch zu hören. Inspiriert hat mich zu diesem Post <a href="https://www.instagram.com/p/CB7vnFun99R/?igshid=1ws8mmukatalj">dieser Instergram-Post</a>, sowie die zahlreichen wundervollen Frauen, die ich in meinem Leben habe treffen und kennenlernen dürfen.</p>]]></content><author><name>Janina Dreßler</name></author><category term="personal" /><summary type="html"><![CDATA[Ich war schon immer länger als die anderen. Im Kindergarten war ich gut einen Kopf größer als die anderen Kinder. Auf Bildern meiner Einschulung gehen mir meine Klassenkameraden gerade bis zur Schulter und in der Pubertät, wo die Jungs einen Wachstumsschub bekommen und den Mädchen über den Kopf wachsen, blieben sie alle kleiner als ich. Heute bin ich 1,91m groß. Manchmal fühle ich mich zu klein, bin oft größer als die meisten und meine Femininität erkämpfe ich mir jeden Tag.]]></summary></entry><entry><title type="html">Warum Räucherstäbchen und smudging kein Schwachsinn sind</title><link href="https://oddnina.de/mystical/2020/05/01/warum-raeucherstaebchen-und-smudging-kein-schwachsinn-sind.html" rel="alternate" type="text/html" title="Warum Räucherstäbchen und smudging kein Schwachsinn sind" /><published>2020-05-01T07:50:00+02:00</published><updated>2020-05-01T07:50:00+02:00</updated><id>https://oddnina.de/mystical/2020/05/01/warum-raeucherstaebchen-und-smudging-kein-schwachsinn-sind</id><content type="html" xml:base="https://oddnina.de/mystical/2020/05/01/warum-raeucherstaebchen-und-smudging-kein-schwachsinn-sind.html"><![CDATA[<p>Meine ersten Räucherstäbchen kaufte ich mit 14 und ich werde nie vergessen wie meine Mutter sie mir nach dem ersten anzünden direkt wieder verbot. Danach war ich in einem ein bisschen zwiegespaltenen und vorverurteilenden Verhältnis zum räuchern, außer es ging um geräucherte Lebensmittel! Letztere haben zwar wenig mit rituellem Räucherwerk zu tun aber warum ich nach Jahren wieder zu räuchern begann ist einen Post wert..
<!--more--></p>

<p>Eigentlich ist Räuchern vor allen Dingen als Begleitung von allerlei religiösen Ritualen bekannt. Weihrauch in Kathedralen, Räucherstäbchen in Tempeln und Salbei zum reinigen von Mensch, Tier, Ort und Gegenstand. Die Verwendung von Räucherwerk in solchen Kontexten löst in den meisten Menschen die ich kenne allerdings mehr Ablehnung und Urteil aus, als wohl notwendig wäre. Räucherwerk kommt oft mit seinem Set an esoterischem Geschwurbel und damit auch dem bösen Beigeschmack von Betrug über den ich schon mal im Bezug auf <a href="https://oddnina.de/mystical/2019/12/16/warum-tarot-und-runen-legen-nicht-grundsaetzlich-laecherlich-ist.html">Tarot</a> sprach. Dabei ist räuchern weit älter und spiritueller als viele wissen. Schon bei den Römern gibt es Hinweise darauf das sie Bitten mit Rauch zu ihren Göttern sandten, doch räuchern muss nicht ausschließlich mit Religion oder Lebensmittelaromatisierung zusammen hängen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-05-01-warum-raeucherstaebchen-kein-schwachsinn-sind-03.jpg" alt="" /></p>

<h3 id="ich-mag-rauch">Ich mag Rauch</h3>
<p>Klar, nicht jedem gefällt der Geruch von verbranntem oder Räucherwerk. In Jan löst es, egal ob aus der Küche oder meinen Post LARP Con Klamotten immer Unruhe oder Ablehnung aus und klar, nicht jeder Verbrennungsgeruch ist prinzipiell gut. Ich mag den Geruch von Lagerfeuer, Streichhölzern, oder geräucherten Lebensmitteln am liebsten. Ich fühle mich wohl mit dem Geruch von verbranntem Holz und viele der Erinnerungen die ich an Lagerfeuer habe sind schon seit meiner jüngsten Kindheit gut. Es erinnert mich Lieder und Geschichten beim Campen und an LARP Wochenenden. Er versetzt mich sofort in das losgelöste Gefühl von Gemeinsamkeit, Natur und wandernden Snacks und Schnapsflaschen. Immer wenn ich an einem Feuer sitze bin ich nämlich nicht zu Hause, meist weit entfernt von dem Internet und meinem Telefon, umrundet von Menschen die ich mag.</p>

<p>Lagerfeuer sind das für mich wohl heilsamste überhaupt und der Rauchgeruch erinnert mich daran. Gerüche beeinflussen viele Menschen stark und schaffen es Momente und Gefühle zu formen. Dabei ist auch egal ob es wirklich verbrennendes oder die moderne Variante von Duftöle, Durftkerzen oder Lufterfrischer sind. Viele benutzen Gerüche um sich wohler zu fühlen und auch um ein besonderes Gefühl zu erschaffen oder zu erinnern. Welche Gerüche man womit verbindet ist wohl sehr persönlich aber Lavendelduft soll dabei helfen ruhigeren Schlaf zu finden und nicht umsonst sind Duftkerzen in vielen Haushalten Standard.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-05-01-warum-raeucherstaebchen-kein-schwachsinn-sind-04.jpg" alt="" /></p>

<h3 id="mein-ritual-ums-räuchern">Mein Ritual ums räuchern</h3>
<p>Wie vorhin angeschnitten wird räuchern oft mit Religionen in Verbindung gebracht und das nicht zu unrecht. Nachweisbar wird Räucherwerk seit vielen Jahrhunderten in unterschiedlichsten Glaubensritualen verwendet um den Göttern Botschaften zu senden, sich zu berauschen und die Anwesenden auf die außeralltägliche Situation einzustellen. Sie sollen ihre eigentlichen Gedanken und Sorgen zurück lassen und sich auf das einlassen, was in dem Moment wichtig ist. Gerüche begleiten diesen Prozess und meiner Ansicht nach, ist das der Kern des räucherns. Ich habe Räucherwerk nie im Bezug zu Religion erlebt, bis auf das eine unsägliche Mal bei einer Kommunion als ich vom Weihrauch fürchterlich husten musste und bis auf das moderne Wohlfühlequivalent Aromaöl oder Duftkerzen habe ich lange kein Räucherwerk angefasst, bis in einer monatlichen Abobox so viele Räucherstäbchen waren, dass ich nicht umhin kam doch mal wieder zu probieren.</p>

<p>Ich hatte keinen Stäbchenhalter und so stellte ich anstelle des Dochts in ein Teelicht. Unangezündet riechen Räucherstäbchen oft gut, aber nie wie der tatsächliche Rauch beim schwelen und ich war allzeit bereit den kleinen Glutpunkt direkt im nächsten Blumentopf zu ersticken wenn nötig! Doch ich hatte Glück und das Stäbchen hinterließ, sobald das Verbrannte verflog, einen angenehmen Duft nach Rosen. Daraufhin zündete ich  unregelmäßig, aber immer wieder Räucherstäbchen an und begann diese Zeit ungeplant mit Selfcare zu verbinden. Ich kochte mir dann Tee, nahm mir ein Buch oder Zeit zum bloggen, begann ganz unterbewusst, ohne zielführenden Plan ein Ritual mit dem Geruch der Räucherstäbchen zu assoziieren, in dem ich mir extra Zeit reservierte die mir gut tat.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-05-01-warum-raeucherstaebchen-kein-schwachsinn-sind-07.jpg" alt="" /></p>

<p>Aber nicht jedes Räucherstäbchen is geil. Ich lernte auch, dass ich nicht gern esse während die Räucherstäbchen an sind und mehr als eines am Tag ist mir zu viel. Ich kann auch nicht jede Art Räucherstäbchenaroma mit Entspannung verbinden, einige riechen undefinierbar drückend oder zu parfümiert. In den meisten Fällen, versetzen sie mich aber in ein Mindset, dass mich vom Alltag ablenkt und zuweilen, gerade jetzt, brauche ich diese entspanntere Zeit für mich auf die sich mein Kopf schon mühelos einstellt wenn ich ein Räucherstäbchen entzünde.</p>

<p>Aber auch wenn Räucherstäbchen für einige schon zu tief im Esoteriksumpf stecken ist das nicht das Endlevel des räucherns. Zu meinem Geburtstag schenkte mir eine Freundin dann eine wunderschöne Muschel als Räucherschale und Palo Santo Holz sowie ein Salbeibündel zum räuchern. Ich entdeckte das alles von einer anderen und noch traditionelleren Seite. Es gibt nämlich viele Möglichkeiten zu Räuchern, wie Harze, Kegel oder Spänen. Das fühlt sich dann noch mystischer an als Räucherstäbchen. Smudging habe ich mir daher für die Momente reserviert in denen ich Karten oder Runen lege, meditiere oder tiefe Unruhe ausgleichen will, weil ich dann noch bewusster räuchere als sonst und ritualisiert symbolisch meine Umgebung und mich reinige.</p>

<p>Das hier fotografierte, sehr liebevoll gepackte und unfassbar gut riechende Smudge Kit ist von meiner wundervollen Freundin <a href="http://fafine.de">Anna Frost</a> und für euch in <a href="http://annafrost.de/">ihrem Shop</a> erhältlich. Es besteht aus einem Salbei Smudgestick, einem Bergkristall, Palo Santo Holz, einer kurzen Anleitung sowie einem Schälchen zum fangen der Asche. Perfekt um für sich selbst ein Ritual zu entdecken. Ein Ritual das beruhigt, reinigt und erdet.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-05-01-warum-raeucherstaebchen-kein-schwachsinn-sind-05.jpg" alt="" /></p>

<h3 id="mysterien-und-fakten-rund-ums-räuchern">Mysterien und Fakten rund ums räuchern</h3>
<p>Oft geht es in Artikeln in Lifestyle Magazinen und Blogs darum, dem räuchern seinen mystischen, seltsamen Beigeschmack zu nehmen und neben medizinischen auch spirituellen Nutzen zu normalisieren. Bei meiner Recherche fand ich unzählige dieser mystisch angehauchten aber bloß nicht zu esoterischen Beiträge, die oft mit gefährlichem Halbwissen um sich werfen und auf den mystischen Hype aufspringen. Es gilt also auch hier die Regel, dass man mit gesundem Menschenverstand angepriesene Wirkungen hinterfragt. Ein Rosmarin, Salbei, Arnika Bündel zu räuchern heilt niemals Krebs. Generell ist räuchern eher harmlos. Wie auch beim Tarot sollte man immer selbst entscheiden, ob man sich damit wohl fühlt sich dem mystischen hin zu geben oder eben nicht. Räuchern ist auch meist eine Unterstützung und versinnbildlichend von etwas.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-05-01-warum-raeucherstaebchen-kein-schwachsinn-sind-06.jpg" alt="" /></p>

<p>Die Herkunft dieser Rituale ist jedoch oft tief kulturell verankert. Das abbrennen von Smudgesticks oder auch Bündeln aus getrockneten Kräutern (meist weißer Salbei oder Mischungen) kommt beispielsweise ursprünglich aus der Kultur der Ureinwohner Nordamerikas und dem Glauben das Rauch negative Energien vertreibt, also reinigt. Die vier Elemente spiegeln die Verbundenheit zur Natur wieder. Muschelschalen werden als Räuchergefäß benutzt und stehen für das Wasser. Das Räucherwerk selbst ist aus der Erde gewachsen, die Flamme welche die schwelende Glut erzeugt ist das Feuer und der Rauch der entsteht repräsentiert die Luft. Der Rauch wird anschließend auf, über, in oder um dem zu reinigen Lebewesen, Ort oder Gegenstand, mithilfe einer Feder oder der Hand, verteilt um symbolisch zu reinigen. Die zurückbleibende Asche wird anschließend vergraben um sie der Erde zurück zu geben und die negative Energien frei zu lassen. Kanadischen Ureinwohner beschreiben dieses Ritual beispielsweise <a href="https://www.ictinc.ca/blog/a-definition-of-smudging">hier</a>.</p>

<p>Aufgrund der kulturellen Aneignung dieser Praktik und der verwendeten Pflanzen möchte ich euch, sofern ihr nicht Ureinwohner Nordamerikas seid, darum bitten andere Möglichkeiten des Räucherns zu wählen um die Kultur, aus der das Räuchern auf diese Weise kommt zu respektieren. Nach weiteren eigenen Recherchen werde ich zukünftig weder mit Salbei noch Palo Santo Hölzern räuchern.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-05-01-warum-raeucherstaebchen-kein-schwachsinn-sind-09.jpg" alt="" /></p>

<p>In Asien werden die Räucherstäbchen in großen Mengen an den Eingängen von Tempeln und Altaren in Sandschalen entzündet um bewusst Meditation und das Reinigen der Räume und Seelen zu unterstützen. Gebete zu den Ahnen zu tragen, die Götter zu besänftigen und ihnen zu huldigen. Ein schöner, leicht zu romantisierender Gedanke, wie ich finde.</p>

<p>Doch es ist auch bewiesen, dass das einatmen des beim räuchern entstehenden Rauches in großen Mengen schädlich ist. Nicht nur für euch selbst, sondern auch für Mitbewohner und Tiere die mit euch in eurem zu Hause leben. Nicht jeder mag den Geruch (Jan toleriert es meist bis zu einem Maß..) weswegen es wichtig ist zu bedenken, dass man nicht jeden Tag räuchern sollte, besonders wenn man durch Bronchien oder Asthmaleiden vorbelastet sollte. Räuchert immer Verantwortungsbewusst und gut zu lüftenden Räumen!</p>

<p>Mit medizinischem Räuchern habe ich mich bisher nicht befasst und wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit des tatsächlichen reinigens der Luft durch Salbeiräucherung habe ich, auch weil ich selten bis nie wissenschaftlich beweisen muss, nur in Form weiterer Artikel gefunden von denen auch einer erklärt das der Rauch zur Ionenumkehr beitragen soll. Infos dazu findet ihr <a href="https://www.native-spirit.eu/raeucherblog/weisser-salbei/warum-ich-weissen-salbei-verbrenne-ein-wissenschaftlicher-erklaerungsaansatz.">hier</a></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-05-01-warum-raeucherstaebchen-kein-schwachsinn-sind-08.jpg" alt="" /></p>

<p>Es lässt sich zusammenfassend sagen, aus den unterschiedlichsten Gründen geräuchert wird und in vielen Kulturen und Religionen dient es der Unterstützung von Ritualen. Die Wirkung von medizinischen Kräutern und Ölen ist zum Teil wissenschaftlich belegt, will aber nicht leichtfertig genutzt werden, erst recht nicht wenn man kein fundiertes Hintergrundwissen und wissenschaftlich einwandfreie Belege. Gerüche beeinflussen offensichtlich unserer Wahrnehmung zum guten sowie zum schlechten. Wie so oft sollte man nicht vorschnell Urteilen und die Stigmata des Räucherns besänftigen. Jeder muss verantwortungsvoll mit der Thematik umgehen und niemandem schaden oder Räucherwerk nie unbeachtet schwelen lassen. Trotzdem möchte ich noch einmal wiederholen, dass ihr kein Geld für esoterische Dienstleistungen ausgeben solltet und ihr euch vorher gründlich informieren müsst.</p>

<p>Achja, bitte beginnt nicht damit einfach so Gläser zu rücken. Some things are better left alone.</p>

<p>Falls ihr fragen habt, oder etwas anderes rund ums räuchern wissen möchtet oder erzählen mögt, schreibt mir gern auf <a href="http://twitter.com/oddnina">Twitter</a> oder <a href="http://instagram.com/oddnina/">Instagram</a>!</p>]]></content><author><name>Janina Dreßler</name></author><category term="mystical" /><summary type="html"><![CDATA[Meine ersten Räucherstäbchen kaufte ich mit 14 und ich werde nie vergessen wie meine Mutter sie mir nach dem ersten anzünden direkt wieder verbot. Danach war ich in einem ein bisschen zwiegespaltenen und vorverurteilenden Verhältnis zum räuchern, außer es ging um geräucherte Lebensmittel! Letztere haben zwar wenig mit rituellem Räucherwerk zu tun aber warum ich nach Jahren wieder zu räuchern begann ist einen Post wert..]]></summary></entry><entry><title type="html">London Fog</title><link href="https://oddnina.de/recipes/2020/04/29/london-fog.html" rel="alternate" type="text/html" title="London Fog" /><published>2020-04-29T18:50:00+02:00</published><updated>2020-04-29T18:50:00+02:00</updated><id>https://oddnina.de/recipes/2020/04/29/london-fog</id><content type="html" xml:base="https://oddnina.de/recipes/2020/04/29/london-fog.html"><![CDATA[<p>Ich werde oft gefragt, ob ich Tee mit Milch trinke und ich finde, dass Leute ihren Tee trinken sollten wie er ihnen schmeckt und mir schmeckt Milch im Tee am besten, wenn sie aufgeschäumt ist und mit Vanillearoma sowie Honig zu London Fog wird. Wer mutig ist kann einen Schluck Rum und Zimt oder Lavendel hinzugeben und geht viel schneller als man meint.
<!--more--></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-29-london-fog-02.jpg" alt="" /></p>

<h3 id="zutaten">Zutaten</h3>
<ul>
  <li>Earl Grey Tee (im Beutel oder lose)</li>
  <li>heißes Wasser</li>
  <li>Honig</li>
  <li>Hafermilch (schäumbar)</li>
  <li>Vanille Aroma (zmB Flavordrops)</li>
  <li>optional ein Schluck Rum</li>
  <li>optional Lavendel oder Zimt</li>
</ul>

<h3 id="zubereitung">Zubereitung</h3>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-29-london-fog-03.jpg" alt="" /></p>

<p>Den Tee in einer großen Tasse mit etwa 150ml heißem Wasser aufgießen und etwas länger (3-4 min) ziehen lassen. Wer von euch entweder getrockneten Lavendel oder Zimt zu Hause hat kann hier einen halben Teelöffel zufügen. In der Zwischenzeit gebe ich zwei bis drei Tropfen Vanille Aroma in die ca 100ml Milch in meinem Milchschäumer und lasse diese aufschäumen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-29-london-fog-04.jpg" alt="" /></p>

<p>Sobald der Tee (mit Lavendel oder Zimt darin oder auch ohne) fertig gezogen und ordentlich kräftig ist, süße ich ihn mit einem großen Teelöffel Honig und gebe anschließend die fertig geschäumte Vanillemilch darauf. Anschließend, je nach Trübheit des Tages, gibt es auch einen Schluck Rum im Tee wobei letzterer eher zu Zimt anstelle von Lavendel passt.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-29-london-fog-05.jpg" alt="" /></p>

<p>Es war <a href="https://www.instagram.com/timetravelingtoaster/">Hannah</a>, die mich vor einiger Zeit um dieses Rezept bat, als sie ein Getränk brauchte das nicht nur ihre Finger sondern auch ihr Herz wärmt und ich hatte ihr, als sie einst zu Besuch war, einen London Fog gemacht. Auch <a href="https://www.instagram.com/_unstoppabell_/">Bell</a> hab ich bereits mit diesem Getränk begeistert und auch wenn ich bisher kein London Fog in London selbst trank erinnert es mich stets an meine Reisen auf die englischsprachigen Inseln die vorerst zu Zeiten von COVID-19 ausfallen. Wie das ganze wohl mit einem Schluck Whisky schmeckt?</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-29-london-fog-06.jpg" alt="" /></p>

<p>Wenn ihr London Fog selbst anhand meines Rezepts ausprobiert habt lasst es mich bitte auf <a href="http://twitter.com/oddnina">Twitter</a> oder <a href="http://instagram.com/oddnina/">Instagram</a> wissen! Ich freue mich wenn ich euch inspirierte.</p>]]></content><author><name>Janina Dreßler</name></author><category term="recipes" /><summary type="html"><![CDATA[Ich werde oft gefragt, ob ich Tee mit Milch trinke und ich finde, dass Leute ihren Tee trinken sollten wie er ihnen schmeckt und mir schmeckt Milch im Tee am besten, wenn sie aufgeschäumt ist und mit Vanillearoma sowie Honig zu London Fog wird. Wer mutig ist kann einen Schluck Rum und Zimt oder Lavendel hinzugeben und geht viel schneller als man meint.]]></summary></entry><entry><title type="html">Gesichtsmasken Anleitung</title><link href="https://oddnina.de/diy/2020/03/16/gesichtsmasken-anleitung.html" rel="alternate" type="text/html" title="Gesichtsmasken Anleitung" /><published>2020-03-16T17:50:00+01:00</published><updated>2020-03-16T17:50:00+01:00</updated><id>https://oddnina.de/diy/2020/03/16/gesichtsmasken-anleitung</id><content type="html" xml:base="https://oddnina.de/diy/2020/03/16/gesichtsmasken-anleitung.html"><![CDATA[<p>Mit Gesichtsmasken schützt man in Asien seine Mitmenschen schon sein Jahrzehnten vor eventuellen ansteckenden Krankheiten, sofern man gerade so etwas wie krank ist. Etwas, dass in Europa und in Deutschland gesellschaftlich bis vor dem sehr ansteckenden Covid-19 Virus undenkbar war. Doch die Angst vor der Krankheit und einem eventuell schweren Verlauf derselben, welcher mit dem Verlust des Lebens enden kann, bringt viele Menschen und auch die Politik zum umdenken.
<!--more--></p>

<p>Doch die Menge der zu produzierenden Einmalmasken die benötigt werden um die gesamte Bevölkerung mit Gesichtsmasken zu versorgen, geschweige denn den medizinischen Bereich der von den Masken abhängig ist, ist unrealistisch, weswegen sich bereits viele Menschen verantwortungsbewusst Gedanken um das Herstellen von nachhaltigen Masken bemühen. Ich habe mich am Wochenende ebenfalls hingesetzt und aus Stoffresten und auch neu gekauftem Stoff Masken nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie und Freunde genäht, damit wir unsere Mitmenschen ein wenig besser vor uns schützen können, als ohne Gesichtsmaske.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-12-gesichtsmasken-anleitung-02.jpg" alt="" /></p>

<p>Hierbei ist sehr wichtig zu erwähnen, dass selbstgenähte Masken nicht zuverlässig vor der Ansteckung mit Viren oder Bakterien schützen. Sie fangen mit ihnen einen Teil unserer eigenen potentiell ansteckenden Atemluft sowie Aerosol auf und wir schützen so primär unsere Mitmenschen. Die Masken müssen regelmäßig desinfiziert werden durch beispielsweise waschen oder bügeln des Stoffes.</p>

<h3 id="material">Material</h3>
<ul>
  <li>Stoff (Baumwolle, Leinen, Wolle, Jersey etc)</li>
  <li>Faden</li>
  <li>optional Haargummis</li>
  <li>optional Verschlusstreifen oder Gartendraht</li>
  <li><a href="https://drive.google.com/file/d/1GQkPmh7-AbuPt4DV8JxbT3KavAM4x0-c/view">Schnittmuster</a> (von Jess Dang)</li>
</ul>

<h3 id="anleitung">Anleitung</h3>
<p>Ich habe mich an die Video Anleitung von <a href="https://www.youtube.com/watch?v=VUasSmReIVo&amp;t=315s">Jess Dang</a> gehalten. Sie näht ihre Masken aus alten T-Shirts und mit der Hand. Ich benutze für meine Masken schwarzen Baumwollstoff, Baumwollcanvas, Ikea Bomull sowie bunten Jerseystoff. Ich hab noch Leinen und Wollreste die ich später für eine andere Art Maske verwenden möchte. In diesem Schnittmuster ist eine 5mm Nahtzugabe bereits mit eingerechnet und nicht eingezeichnet.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-12-gesichtsmasken-anleitung-03.jpg" alt="" /></p>

<p>Diese Maske wird aus insgesamt vier Teilen zusammen genäht. Jeweils zwei Teile ergeben eine Seite der Maske (entweder außen oder innen).</p>

<p>Zuerst überträgt man das Schnittmuster auf doppelt gelegten Stoff, sodass mindestens vier Stücke Stoff zu einer Maske genäht werden können.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-12-gesichtsmasken-anleitung-04.jpg" alt="" /></p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-12-gesichtsmasken-anleitung-05.jpg" alt="" /></p>

<p>Zuerst näht man die große Rundung von zwei Teilen an der roten Linie aufeinander und wiederholt das mit den anderen beiden Stoffteilen sodass zwei Maskenförmige Teile fertig sind. Aufgrund der Naht vor dem Mund ist diese Art der Maske weniger gut geeignet da durch die Nahtlöcher potentiell mehr Aerosol durch den Stoff dringen kann. Es gibt da natürlich Abwandlungen in den Schnittmustern. Hier in Form der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZnVk12sFRkY&amp;t=113s">Olson Mask</a> zum Beispiel falls ihr euch deswegen Gedanken macht.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-12-gesichtsmasken-anleitung-06.jpg" alt="" /></p>

<p>Anschließend näht man die beiden großen Teile links herum an der grünen und gelben Linie aufeinander wobei ihr darauf achten solltet das sie richtig aufeinander gelegt sind.</p>

<p>Anschließend wird die Maske umgedreht und hier hilft es mir die grüne und gelbe Kante der Maske zu bügeln damit sie ordentliche Form bekommen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-12-gesichtsmasken-anleitung-07.jpg" alt="" /></p>

<p>Nun könnt ihr den Verschlussstreifen oder den Draht innerhalb der Maske an der kürzeren Seite platzieren und mit der Hand festnähen. Das müsst ihr nicht aber es bietet der Maske mehr Stabilität am Nasenknochen. Nun werden die Schlaufen befestigt die die Maske später hinter den Ohren sichert.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-12-gesichtsmasken-anleitung-08.jpg" alt="" /></p>

<p>Hier schnitt ich zwei handelsübliche Haargummis auseinander und nähte sie an den blauen Nähten der Maske fest. Ihr könnt auch andere Schlaufen benutzen, falls ihr sie lieber mithilfe von einem Knoten hinter dem Kopf befestigen wollt oder eine andere Art elastischer Bänder verwenden möchtet.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-12-gesichtsmasken-anleitung-09.jpg" alt="" /></p>

<p>Ich hoffe, dass ihr bei der Masse an DIY Schnittmustern Maskenangeboten nicht auch so verwirrt gewesen seid wie ich es im ersten Moment war. Achtet bei den verwendeten Stoffen am besten darauf, dass er nicht zu luftdurchlässig ist ohne euch zu sehr am atmen zu hindern. Ich habe beim einkaufen gestern gemerkt das die sehr fest gewebten Canvas und Baumwollstoffe das atmen doch maßgeblich erschweren und ich diese Maske nicht zum laufen tragen würde.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-04-12-gesichtsmasken-anleitung-10.jpg" alt="" /></p>

<p>Wenn ihr diese Art der Maske genäht habt und euch meine adaptierte Anleitung der Maske von Jess Dang gefällt und ihr sie eventuell sogar selbst genäht habt lasst es mich gern auf <a href="http://twitter.com/oddnina">Twitter</a> oder <a href="http://instagram.com/oddnina/">Instagram</a> wissen!</p>]]></content><author><name>Janina Dreßler</name></author><category term="diy" /><summary type="html"><![CDATA[Mit Gesichtsmasken schützt man in Asien seine Mitmenschen schon sein Jahrzehnten vor eventuellen ansteckenden Krankheiten, sofern man gerade so etwas wie krank ist. Etwas, dass in Europa und in Deutschland gesellschaftlich bis vor dem sehr ansteckenden Covid-19 Virus undenkbar war. Doch die Angst vor der Krankheit und einem eventuell schweren Verlauf derselben, welcher mit dem Verlust des Lebens enden kann, bringt viele Menschen und auch die Politik zum umdenken.]]></summary></entry><entry><title type="html">Ein Messer für Wildsweendeern</title><link href="https://oddnina.de/larp/2020/03/16/ein-messer-fuer-wildsweendeern.html" rel="alternate" type="text/html" title="Ein Messer für Wildsweendeern" /><published>2020-03-16T17:50:00+01:00</published><updated>2020-03-16T17:50:00+01:00</updated><id>https://oddnina.de/larp/2020/03/16/ein-messer-fuer-wildsweendeern</id><content type="html" xml:base="https://oddnina.de/larp/2020/03/16/ein-messer-fuer-wildsweendeern.html"><![CDATA[<p>Ein unerlässliches Werkzeug, wenn man draußen unterwegs ist und kocht, ist ein gutes Messer. Beim LARP sind Messer zwar meist aus Schaumstoff, jedoch hat jeder Spieler auch mindestens ein echtes Taschenmesser dabei und für meinen Charakter Wildsweendeern habe ich mir ein Messer machen lassen und zwar von Ben von <a href="http://albknives.de">Albknives</a>.
<!--more--></p>

<p>Mein erstes, richtiges, eigenes Messer kaufte ich mit meinem Papa in einem Messerladen in Hameln. Wir waren damals oft beim Campen und draußen in der Natur. Wir schnitzten Stöcke, schnitten Brot in zu große Stücke und pieksten Käse auf. Zum LARP suche ich mir jetzt wieder Messer aus und oft sind sie besonders. Die geschmiedeten Messer von Raavdeern sind hübsch, aber auch schwer scharf zu halten. Außerdem gehören sie nicht wirklich in die richtige historische Zeit, weswegen ich für Wildsweendeern ein Wikinger messer wollte wie ich es in Norwegen gesehen hatte.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-03-17-ein-messer-fuer-wildsweendeern-02.jpg" alt="" /></p>

<p>Ben macht Messer und zwar nicht nur Taschenmesser sondern auch Küchenmesser. Er hat seine Werkstatt in Schwaben und meine Freundin Annabell hat mich auf ihn aufmerksam gemacht, als ich fragte ob jemand einen Messerschmied kennt. Ganz locker habe ich ihm dann auf <a href="https://www.instagram.com/albknives/">Instagram</a> geschrieben und gefragt ob er mir ein Wikingermesser machen würde und er sagte ebenso locker ja. Ohne großen Zeitdruck sprachen wir immer wieder über Form, Größe, Holz und Verzierung. Ich schickte ihm Referenzen und suchte mir ein Holz aus. Ich hab wirklich keine Ahnung von diesem Handwerk aber Ben hat mich in seinen Instagramstories mitgenommen und immer wieder gezeigt wenn er an meinem Messer arbeitete. Ein cooles Handwerk, dass ich zu gern selbst lernen würde.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-03-17-ein-messer-fuer-wildsweendeern-03.jpg" alt="" /></p>

<p>Es brauchte einiges an Zeit bis es fertig war und ich musste Geld beiseite legen, denn gute Messer sind nicht günstig und gutes Handwerk braucht nicht nur Zeit sondern hat auch seinen Wert. Diese Art Messer ist basiert auf Funden aus Gräbern. Diese Messer haben zuweilen recht kurze Klingen die an einem einfachen geraden Griff befestigt sind und einige sind sehr reich verziert. In Norwegen habe ich eine der mit Messingverzierungen beschlagenen Lederscheiden gesehen und auf dem historischen Mittelaltermarkt in Haithabu habe ich ein paar Repliken gesehen, die sehr schön waren.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-03-17-ein-messer-fuer-wildsweendeern-04.jpg" alt="" /></p>

<p>Ben näht zwar auch Lederscheiden, jedoch einigten wir uns darauf, dass ich mir selbst eine zu Wildsweendeern passende bastle. Sobald das Messer dann fertig war und ich es bezahlt hatte, war es auf dem Weg zu mir. Gut verpackt, in einem Haufen Zündmaterial für meinen Feuerteufel Raavdeern erhielt ich es ein paar Tage später. Es ist genau so wie ich es mir gewünscht habe und viel schärfer als erwartet. Gestern habe ich es dann auch endlich geschafft eine adäquate Lederscheiden zu nähen.</p>

<p>Jetzt ist es fertig und Wildsweendeern wird es in Zukunft mit auf ihre Abenteuer nehmen, Stöcker schnitzen, Brot schneiden und Käse aufspießen.</p>

<p>Wenn ihr euch ebenfalls ein besonderes und vor allen Dingen liebevoll handgemachtes Messer anfertigen lassen wollt wendet euch an <a href="http://albknives.de">Ben von Albknives</a>.</p>]]></content><author><name>Janina Dreßler</name></author><category term="larp" /><summary type="html"><![CDATA[Ein unerlässliches Werkzeug, wenn man draußen unterwegs ist und kocht, ist ein gutes Messer. Beim LARP sind Messer zwar meist aus Schaumstoff, jedoch hat jeder Spieler auch mindestens ein echtes Taschenmesser dabei und für meinen Charakter Wildsweendeern habe ich mir ein Messer machen lassen und zwar von Ben von Albknives.]]></summary></entry><entry><title type="html">Schälchen, Becherchen und Pintchen für Wildsweendeern</title><link href="https://oddnina.de/larp/2020/03/15/schaelchen-becherchen-und-pintchen-fuer-wildsweendeern.html" rel="alternate" type="text/html" title="Schälchen, Becherchen und Pintchen für Wildsweendeern" /><published>2020-03-15T18:40:00+01:00</published><updated>2020-03-15T18:40:00+01:00</updated><id>https://oddnina.de/larp/2020/03/15/schaelchen-becherchen-und-pintchen-fuer-wildsweendeern</id><content type="html" xml:base="https://oddnina.de/larp/2020/03/15/schaelchen-becherchen-und-pintchen-fuer-wildsweendeern.html"><![CDATA[<p>Ein gutes, scharfes Messer, ein Holzlöffel mit weicher Oberfläche, eine kleine Schale sowie ein Becher und vielleicht einen Teller. Wenn man auf einen LARP Con fährt ist das die Basis des Geschirrs welches man im Alltag braucht und meistens beginnt man mit Holzgeschirr weil es günstig ist und zweckmäßig. Doch schon bald gaben meine ersten Becher auf und bekamen Risse. Der dünne Lack der das Holz schützt löst sich und wird milchig, also suche ich nach und nach neues Keramikgeschirr für meine Charaktere und fand ein Set bei <a href="https://www.etsy.com/shop/SabineSchmidtPottery?ref=simple-shop-header-name&amp;listing_id=728827029">Sabine Schmidt Pottery</a> aus Groß Britannien.
<!--more--></p>

<p>Gerade wenn es um Keramik geht stöbere ich sehr gerne auf Etsy nach schönen Schalen, Bechern und Tellern. Ab und zu stolpere ich dabei über schöne Designs und bei meiner letzten nächtlichen “Ich kann nicht schlafen”-Shopping Eskapade verliebte ich mich in die Arbeiten von Sabine Schmidt. Ihre Designs wirken Bodenständig, modern und liebevoll ausgewogen. Die Farben ihrer GREY COINCIDENCE Serie passen perfekt zu Wildsweendeern und so bestellte ich sechs kleine Schalen für Schnaps und eine mittelgroße Schüssel, sowie einen Becher ohne Henkel ihrer WHITE IMPATIENCE Serie, da die GREY COINCIDENCE Serien keine Becher hat.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-03-15-schaelchen-becherchen-und-pintchen-fuer-wildsweendeern-02.jpg" alt="" /></p>

<p>Kaum war meine Bestellung abgeschickt bekam ich eine Mail direkt von Sabine auf deutsch, dass sie sich immer freut wenn sie Bestellungen aus der alten Heimat erhält und ob es in Ordnung wäre ein wenig auf die Bestellung zu warten, da die Pintchen von ihr neu gemacht werden müssten, da sie keine mehr auf Lager hat. Sie bezahlt den Versand aus Britannien nämlich und zwei Sendungen zu schicken wäre recht teuer. Natürlich war das in Ordnung. Ich nutzte die Chance sie zu bitten mir den bestellten Becher doch bitte wie die anderen GREY COINCIDENCE Stücke zu gestalten und sie sagte zu.</p>

<p>Ich war ungeduldig um ehrlich zu sein. Ich liebe Keramik. Ich habe eine schlimme Schwäche für Schalen aus denen ich Tee trinken und Eintopf essen kann. Ich liebe große rustikale Teller und Schalen, Tassen und Platten denen man ansieht das sie liebevoll und handgemacht sind. Das arbeiten mit Ton hat für mich in etwas eine ähnliche Attraktivität wie das backen von Brot oder Kuchen. Aus einem Haufen klebriger Masse wird, nachdem man es für Stunden in einen Ofen steckt, etwas wunderbares und gerade wenn es um Keramik geht, etwas anhaltendes.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-03-15-schaelchen-becherchen-und-pintchen-fuer-wildsweendeern-03.jpg" alt="" /></p>

<p>Ich bringe immer wieder handgemachte Keramik aus Urlauben mit. Tassen und Schalen, meistens für Tee, erinnern mich an die Länder und die schönsten Momente der Reisen und Orte die ich schon habe sehen dürfen und auch für Ravdeern gibt es einen Becher, den sie durch Zufall auf dem Epic Empires hat erstehen können. Leider gibt es zu ihm eine passende Schale, was mich tatsächlich ein wenig stört, ich jedoch nicht ändern kann. Bei Wildsweendeern habe ich jetzt die Chance ein ganzes, zusammenpassendes Set mitzunehmen, wobei der Becher den ich ursprünglich für sie in Haithabu auf dem Wikingermarkt erstand, noch immer sehr mag und weiter mitnehmen werde.</p>

<p>Gestern bekam ich dann endlich ein Paket aus Bradninch, Devon und darin waren, sehr gut und sorgfältig verpackte, sechs kleine unregelmäßige Pintchen, eine wundervolle Schale und ein großartiger Tonbecher, alle intakt und robust. Ich bin verliebt.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-03-15-schaelchen-becherchen-und-pintchen-fuer-wildsweendeern-04.jpg" alt="" /></p>

<p>Sabine hat tolle Arbeit geleistet und ich mag, dass sie extra für mich eine Sonderanfertigung gebrannt hat. Sie ist mal wieder ein wunderbarer Beweis dafür, dass es sich lohnt Menschen zu unterstützen die mit ihren Händen arbeiten und Dinge erschaffen die einem viel Wert sind und in Zukunft Erinnerungen halten werden. Erinnerungen an herrliches Essen am offenen Feuer und Bier sowie Met mit Freunden. Die Pintchen mit ihren unterschiedlichen Größen werden für dämliche Lacher sorgen und der mutigste trinkende wird sich stets das größte nehmen. Dies ist der Beginn neuer Erinnerungen und ich kann es kaum erwarten.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-03-15-schaelchen-becherchen-und-pintchen-fuer-wildsweendeern-05.jpg" alt="" /></p>

<p>Wenn ihr Interesse an Sabines Arbeit habt schaut auf <a href="https://sabineschmidt-art.site">ihrer Webseite</a> vorbei. Hier findet sich ihr <a href="https://www.etsy.com/uk/shop/SabineSchmidtPottery?ref=simple-shop-header-name&amp;listing_id=723608377">Etsy Shop</a> oder <a href="https://sabineschmidt-art.site/contact/">kontaktiert sie direkt</a> für besondere Anfertigungen.</p>]]></content><author><name>Janina Dreßler</name></author><category term="larp" /><summary type="html"><![CDATA[Ein gutes, scharfes Messer, ein Holzlöffel mit weicher Oberfläche, eine kleine Schale sowie ein Becher und vielleicht einen Teller. Wenn man auf einen LARP Con fährt ist das die Basis des Geschirrs welches man im Alltag braucht und meistens beginnt man mit Holzgeschirr weil es günstig ist und zweckmäßig. Doch schon bald gaben meine ersten Becher auf und bekamen Risse. Der dünne Lack der das Holz schützt löst sich und wird milchig, also suche ich nach und nach neues Keramikgeschirr für meine Charaktere und fand ein Set bei Sabine Schmidt Pottery aus Groß Britannien.]]></summary></entry><entry><title type="html">Ein Problem sind traditionalistische, heimatliebende Nazis</title><link href="https://oddnina.de/miscellaneous/2020/02/13/ein-problem-sind-traditionalistische-heimatliebende-nazis.html" rel="alternate" type="text/html" title="Ein Problem sind traditionalistische, heimatliebende Nazis" /><published>2020-02-13T23:13:00+01:00</published><updated>2020-02-13T23:13:00+01:00</updated><id>https://oddnina.de/miscellaneous/2020/02/13/ein-problem-sind-traditionalistische-heimatliebende-nazis</id><content type="html" xml:base="https://oddnina.de/miscellaneous/2020/02/13/ein-problem-sind-traditionalistische-heimatliebende-nazis.html"><![CDATA[<p>Letztes Jahr postete ich ein Bild auf Instagram, welches eine politisch motivierte Aussage enthielt und die Schere zwischen Likes und Hate öffnete sich, in einem für mich sehr großen Rahmen. So löschte ich die Kommentare und ließ das Bild online. Jetzt ist das Thema relevanter denn je. Es geht um kulturelles Erbe, völkische Traditionen und das Schweigen um ein Thema das negativer nicht konnotiert sein könnte. Es geht um Nazis und heidnische Mythologie.
<!--more--></p>
<h3 id="nationalsozialismus-und-germanischenordische-mythologie">Nationalsozialismus und germanische/nordische Mythologie</h3>
<p><img src="/assets/post_img/2020-02-13-das-problem-sind-traditionalistische-heimatliebende-nazis-02.jpg" alt="" />
Meinen ersten bewussten Kontakt mit der nordischen Mythologie hatte ich nicht etwa durch die Sagen der alten Götter, sondern weil eine rechtsextreme Rockergruppe in den Medien war und man deutlich Thors Hammer und Odins Namen auf Arme tätowiert, Lederjacken gestickt und T-Shirts gedruckt sah. So geht es nicht nur mir, sondern den meisten Menschen unserer Gesellschaft, denn die Nazis haben nicht nur die Jahrtausende alte Swastika für sich umgedeutet, sondern missbrauchen auch systematisch das kulturelle Erbe vorchristlicher Völker. Sie laden die vorchristlichen religionen rechtspolitisch auf und das schon seit einem Jahrhundert.</p>

<p>Eigentlich ist das allgemein bekannt, weswegen die meisten alles, was mit heidnischer Mythologie zusammenhängt, automatisch in eine rechtsextreme Ecke stellen, außer Marvel macht daraus einen coolen Actionfilm der sich der Charaktere, Symboliken, Namen und Welten bedient um daraus ein fantastisches Universum voll Magie und Mythologie zu schaffen das nichts mit Rechtsextremismus und Nazis zu tun hat.</p>

<p>Doch was, wenn man sich aber nicht nur wegen Marvel mit den Wikingern und ihrer mutmaßlichen Kultur und der daraus neu interpretierten Ästhetik befasst? Was wenn man, wie ich, Wikinger-LARP betreibt, sich intensiv mit den Mythen der uns bekannten Geschichte (die weit über Serien wie Vikings hinaus geht) und dem Brauchtum interessiert? Was wenn du das alles magst, aber Nazis und konservative Traditionalisten zum Helheim nicht leiden kannst?</p>

<p>Nun, dann bleibt einem nicht viel, außer sich deutlich gegen Rechts zu positionieren, denn die Gefahr, dass man in eine weichbraune rechtsradikale Ecke gestellt wird ist groß und Realität. Sie ist so real, dass die Menge an über diese Thematik Schweigenden größer ist als jene, die darüber reden, denn die Konsequenzen der rechten Bewegung (besonders im Netz) werden gefürchtet. Aber können wir uns das noch leisten?</p>

<p>Die Instrumentalisierung der heidnischen Mythologie durch Rechtsextremisten, zur Unterstützung der fiktiven Überlegenheit von Menschenrassen aufgrund von Genetik, ist wissenschaftlich belegt. Es gibt viele Texte darüber, wie im nationalsozialistischen Kontext Runen missbraucht, Götterbilder idealisiert und Kultur radikalisiert werden, um sich mit den Menschenverachtenden Ideologien zu identifizieren, und daran hat sich über die letzten Jahre nichts geändert. Das von den Nazis geprägte germanische Bild, welches über tatsächlichem heidnischen Kulturgut schwebt und zur Identifizierung von Rechten genutzt wird ist im 19. und 20. Jahrhundert von ihnen erfunden und etabliert worden. Sie nennen es neuheidnisch, feiern alte nicht-christliche Feste wie Sommerwenden und Jul, verehren Götter und nennen sich Wotanisten oder stellen ihren Heidengott Odin gegen den Juden Jesus.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-02-13-das-problem-sind-traditionalistische-heimatliebende-nazis-03.jpg" alt="" /></p>

<p>Für mich änderte sich mein Blick auf die Thematik erst, als ich mich dafür interessiere, mich informierte, abstrahierte und mich jetzt auch wehre. Doch die Korruption sitzt tief, sie suppt durch alle Schichten unserer Wahrnehmung und viele von uns sind damit aufgewachsen. Die Grenzen sind verschwommen und es ist viel leichter darüber zu schweigen als darüber zu sprechen, und nichts sehen zu wollen anstelle aufzuzeigen, dass es hier ein Problem gibt. <a href="http://www.politikberatung.or.at/fileadmin/_migrated/media/Der-Missbrauch-nordischer-Mythologie-und-Symbolik-durch-RechtsextremistInnen.pdf">Hier</a> kann man genauer nachlesen wie und wieso die heidnische Kultur dafür ausgenutzt wird.</p>

<h3 id="moderner-rechtsextremismus-und-völkischer-konservatismus">Moderner Rechtsextremismus und völkischer Konservatismus</h3>
<p>Rechtsextremismus ist nämlich weitaus unterschwelliger in unserer Gesellschaft verankert als wir wahrhaben wollen. Wenn man sich den ganzen Tag in einer aufgeklärten, modern denkenden, akzeptierenden und offenen Internetbubble bewegt, dann ist man überrascht davon wie konservativ toxisch viele andere Bubbles sind. Es scheint, als wäre Tradition und Vergangenheit der Nährboden für Fremdenfeindlichkeit und Rassentheorien, und es stört scheinbar auch nicht, da die Nische zu klein wirkt.</p>

<p>Auf ein konkretes Beispiel wurde ich durch den Hinweis einer bekannten Instagrammerin aufmerksam. Jene sprach über einen Account welcher tolle, stimmige, finstere, mysteriös anmutende Bilder veröffentlicht, dazu deutsche Autoren zitiert oder Runen benennt. Die Inhalte die dieser Account produziert sind auf den ersten Blick nicht verwerflich. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass es die Accounts denen derjenige selbst folgt und wen derjenige Inhalte kommentieren lässt. Darunter Burschenschaften, Kunstaccounts und Historienaccounts die NS-Inhalte posten (natürlich nur rein historisch und nicht ideologisch <em>sarcasm</em>), rechte Meme-Accounts sowie rechts-tolerierende Privatpersonen. Das sieht man nicht auf den ersten Blick und kaum jemand macht sich die Mühe  derart genau nach solchen schwarzen Schafen zu suchen. Sobald es aber deutlich wurde, dass derjenige sich damit identifiziert fiel mir auf, dass diese Person auch Schmuck mit Runen und Symbolen trägt, die von Nazis idealisiert und von modernen alternativen Rechten benutzt werden um sich der konservativen Bewegung zugehörig zu zeigen (die Sowilo sowie die Othala Rune). Die neuen Rechten verdrehen Worte und nutzen Sprache, Geschichten und Bilder um ihre verachtenswerten Ideen zu streuen, die sie oft auch selbst aufgrund dessen glauben wollen. Das lässt sich in <a href="https://m.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/41446/die-sprache-des-rechtsextremismus?p=all">diesem Artikel</a> auch noch einmal besser nachvollziehen.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-02-13-das-problem-sind-traditionalistische-heimatliebende-nazis-04.jpg" alt="" /></p>

<p>“Neue heidnische Bewegung” nennen sie sich oft und verschleiern ihre Zugehörigkeit zu rechtsextremen Gruppierungen mithilfe scheinbar unschuldiger Heimatliebe und Volksnähe. Sie sind niemals direkt sondern indirekt, locken mit Nettem und zeigen ihre Fratze nur schleichend. Es beginnt nicht mit der Ausgrenzung anderer Menschen, sondern mit einem Kompliment an schöne blauen Augen, tolle blonde Haare, an Mut, Stärke, Kraft und Ehre. Prinzipien, auf die vermutlich alte Vielgötterglauben aufgebaut waren und in deren Licht sich Nazis gern stellen, weil sie sonst nichts haben, was sie leuchten lässt. Allerdings ist diese zurechtgelegte und sehr selektive Art der Fundamentalisierung von Religion im eigenen politischen Sinne nicht ausschließlich etwas, dem sich konservative Rechtsradikale zugehörig fühlen, und die AfD spricht ein viel moderneres Nazibild an. Trotzdem sollte man vorsichtig mit jedem sein, der sich konservativ heidnisch-völkisch gibt und sich nicht eindeutig gegen Rechts positioniert.</p>

<h3 id="wenn-schweigen-zu-zustimmung-wird">Wenn Schweigen zu Zustimmung wird</h3>
<p>Das ist nicht als Generalverdacht gegen die zu verstehen, die sich selbst dem heidnischen Kulturgut hingeben, sondern eine Mahnung zu weniger Naivität im Umgang mit diesen Grenzthemen. Gerade wenn man geschichtliches Interesse und auch esoterisches Interesse an diesen Themen hat, steht es in der eigenen Verantwortung dafür zu sorgen, nicht mit Rechtsextremisten in eine Ecke gestellt zu werden.</p>

<p>Wir können es uns nicht mehr leisten darüber zu schweigen oder uns davon fern zu halten. Besonders wenn man nicht in eine rechte Ecke gestellt werden will. Wir müssen einsehen, dass wir uns den Luxus des Schweigens nicht länger leisten können, und je mehr man sich gegen Rechts stellt, desto eher werden wir wahrgenommen und zeigen auch, dass nicht jeder der Runenkenntnisse hat ein Nazi ist. Nicht jeder, der die alten Mythen und Göttergeschichten mag, idealisiert Odin blind.</p>

<p><img src="/assets/post_img/2020-02-13-das-problem-sind-traditionalistische-heimatliebende-nazis-05.jpg" alt="" /></p>

<p>Etwas, das mir nach dem Veröffentlichen des Instagram-Posts vorgeworfen wurde ist, dass ich etwas, das eigentlich nicht politisch sein sollte (heidnische Religion), für meine eigene Agenda (mehr Toleranz), missbrauchen würde. Es wurde in Kommentaren versucht mich zu diskreditieren, zu beleidigen und zu diffamieren. Mir wurde der Vorwurf gemacht, ich würde das Erbe der Götter beleidigen, indem ich ihnen moderne Prinzipien aufladen würde. Vor allen Dingen hätte ich keine Ahnung und wäre eine Schande für die gesamte heidnische Community. Ich gab dem Shitstorm nach, indem ich darauf reagierte und es gab keine Unterstützung anderer, da meine Reichweite den dicht vernetzten rechten Idealisten nichts entgegenzusetzen weiß. Die Angst vor den Konsequenzen sind realistisch und das, was konservative, völkische, traditionalistische, heimatliebende Nazis tun, funktioniert so lange wie wir es zulassen.</p>

<p>Es ist nicht verwerflich seine Heimat zu lieben, die Kultur in der man aufwuchs wertzuschätzen und erhalten zu wollen, jedoch ist es verwerflich sie unreflektiert durchzuboxen und aufrechterhalten zu wollen ohne sie an den Zeitgeist anzupassen. Wenn wir Grimms Märchen lesen, müssen wir die Stellung von Frauen, Kindern, Männern und auch die verwendeten Worte hinterfragen. Wenn man sich auf christliche oder heidnische Werte beziehen will, dürfen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz gegenüber LGTBQ+ und fehlende Gleichberechtigung aller Geschlechter niemals Teil dessen sein. Nicht alles was alt ist, ist gut, und man darf sich dem Irrglauben verfallen es gäbe eine unbeeinflusste germanische Kultur. Unsere Kultur ist beeinflusst von so vielen anderen Kulturen, dass jeder Anspruch an eine “reine” germanische Kultur basierend auf vorchristlichen Kulturen absoluter Schwachsinn ist.</p>

<p>Meiner Ansicht nach sind sich die meisten der Influencer sich nicht bewusst wie wichtig es ist nicht mehr zu schweigen, Position zu beziehen und diese auch zu verteidigen. Es ist nicht mehr selbstverständlich gegen Nazis zu sein. Ich bin der Meinung es liegt in unserer Verantwortung mit den Menschen, die man in seiner Followschaft hat, darüber zu reden, dass man die Ansicht rechtsextremistischer Menschen nicht teilt und auch, warum man das nicht tut, denn die Gründe können so unterschiedlich sein und meiner Ansicht nach haben wir den Luxus nicht mehr darüber zu schweigen und hiermit grenze ich mich sehr deutlich ab. Ich bin dankbar für jeden der das ebenfalls tut.</p>]]></content><author><name>Janina Dreßler</name></author><category term="miscellaneous" /><summary type="html"><![CDATA[Letztes Jahr postete ich ein Bild auf Instagram, welches eine politisch motivierte Aussage enthielt und die Schere zwischen Likes und Hate öffnete sich, in einem für mich sehr großen Rahmen. So löschte ich die Kommentare und ließ das Bild online. Jetzt ist das Thema relevanter denn je. Es geht um kulturelles Erbe, völkische Traditionen und das Schweigen um ein Thema das negativer nicht konnotiert sein könnte. Es geht um Nazis und heidnische Mythologie.]]></summary></entry></feed>